Death and glory Blut und Asche

Nach dem Genuss von reichlich Hopfenblüten-Tee kommt man ja auf die seltsamsten Ideen. "Lass uns mal vom Balkon pinkeln", "Lass uns mal einen Bierhumpen auf Manni's Kopf zerschmettern" und eben "Lass uns mal [Kulturgut aus dem Bereich xy] in Metalform umsetzen". Viele dieser Ideen sollten im stillen Kämmerlein oder zumindest in der rauchgeschwängerten Stammkneipe bleiben und mit dem Ausnüchtern genauso verloren gehen wie Koordination am Abend davor. Aber manches überlebt leider. Und in einer Welt, in der man eben mit besonderen Kennzeichen auf sich aufmerksam machen muss erscheint jedes "musikalische" Mittel recht. Und so dürfen wir nach SpaßMetal, A-capella-Metal, BierMetal und viiiiieeeeelen anderen Dingen eben auch nicht auf MärchenMetal verzichten.

Im letzten Jahr erschien unter dem Namen Bloodgrimm eine MiniCD, die die schönen Weisen der Gebrüder Grimm textlich und musikalisch "liebevoll" plump brutalisierten. Völlig zu Recht ging dieses Album an der Öffentlichkeit weitestgehend vorbei. Doch diese Meinung teile ich augenscheinlich nicht mit den Herren von Death and Glory. Dies ist die eigentliche Hauptband, Bloodgrimm war ihr eigenes Nebenprojekt, und deswegen fanden ein paar Bloodgrimm "Hits" Platz auf dem nunmehr dritten Album von Death and Glory. Die ersten beiden Alben gingen spurlos an mir vorbei und nach der akustischen Sichtung von "Blut und Asche" kann ich wiederrum nur mutmaßen: völlig zu Recht.

Da haben wir plumpen Metal, räudigen Brüll-Keif-Gesang, lieblose Melodien und Holzhammerinstrumentierung. Was da gesungen wird ist letztendlich egal... denn ob nun Grimmmassaker, Wotanskult oder Kriegsgemauschel, alles kennt man, alles hat man schonmal (besser) gehört und zu keinem Zeitpunkt kommt Stimmung auf. Das mag bei Live-Auftritten in Ordnung gehen, wenn mit steigendem Pegel und zunehmender Hirn-Malträtierung vom Dauerbangen das feingeistige Gespür für mitreißende Klänge in Nihilismus überschlägt und man bei jedem noch so stumpfen Gitarrenton den jungen Yngwie Malmsteen heraushört. Auf CD sieht die Sache anders aus. Operation ist misslungen, dem Patienten ists egal. "Blut und Asche" ist klischeegespickte Massenware ohne Reiz. Und nein, MärchenMetal ist nicht witzig.

Facts:

Label:
Asatru Klangwerke

Mediatype:
CD

Genre:
Rock / Metal / Punk

Review-Datum:
12.02.2012

VÖ-Datum:
02.11.2011

Leserwertungen:
1

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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 635 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Lieblos, langatmig und unbesonders. 2012-02-12 1 1,7

Tracklist:

1. Rotfrass
2. Blut Und Asche
3. Wächter
4. Letzte Reise
5. M & J
6. D & G
7. Weltenbaum
8. In Gottes Namen
9. Stilzchenrumpel 2011

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02.12.2011 Skady - Mysterium
16.11.2011 Waldträne - Fern der Wurzeln
02.11.2011 Death and glory - Blut und Asche

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