Chloé The Waiting Room

Nach unzähligen Remixen, 12"- und Sampler-VÖs und einer schon langen prominenten Dazugehörigkeit zur Pariser Minimal-Technoszene wagte die DJane Chloé im Oktober 2007 einen fast logischen Schritt. Sie veröffentlichte ihre eigenen musikalischen Ideen in Form des Longplayers "The Waiting Room". Mit vollständig eigener Musik überrascht sie allerdings durch partiell offensichtliche aber auch subtile Experimentierfreudigkeit, die ein breiteres Musikspektrum abdeckt als es durch ihre bisher geachteten Klangpräsentationen bekannt ist.

Während die Minimal-Techno-Tendenzen nicht von der Hand zu weisen sind, verändern sie sich durch allerlei Zusätze zu einem Gebilde, das sich nur primär durch sein unhektisches Arrangement schneller in dieses Genre stecken lässt. Bei genauerer Betrachtung zerfällt dieser Gesamteindruck aber schon beim ersten Durchhören, beginnend mit dem ersten Titel und sehr passenden Albumnamen "The Waiting Room". Vorrangig für diesen oder ein ähnlich statisches oder dynamisches Etablissement zur mentalen Entspannung (Wohnung/Auto) eignet sich der gesamte Silberling fast durchweg. Wer es erwartungsgemäß traditioneller (sprich beatlastig-technoider) mit House- und Ambient-Einflüssen mag wird auf jeden Fall beim überwiegenden Teil auf seine Kosten kommen. Der präsentiert sich aber - wie erwähnt - nicht im Gleichklang sondern variiert zwischen treibend mit "It’s Sunday" oder auch "No One Can Be" und 'entspannt dahin plätschernd' durch "I Want You" oder "Over The Dose". Verfeinert wird dies häufig mit Chloés eigener Stimme, die durch ihren französischen Sanftmut für Wartezimmer-Entspannung sorgt - "Brashov" ist dafür ein wunderbares Zeugnis.

Wahre Entspannung mit einem Instrumental-Anteil ist bei "Amour", "Beneath The Underground" oder dem Outro "The Door" zu finden, rein elektronisch beim Intro "The Waiting Room" und möglicherweise auch bei dem akustischen 'Ausreißer' "Around The Clock". Rhythmisch, rein akustisch mit Saxophon, Gitarre und Posaune und einem restriktiv-repetitiven Sprechgesang nimmt der Song ambivalente Züge an. Entweder man ist schon nach einer Minute oder aber spätestens nach der Hälfte des Songs durch seine Lahmheit genervt oder man ergeht sich in dieser Western-Jazz-Kombination und kann sie nicht oft genug hören. Nicht zuletzt auf Grund dieser unerwarteten Vielfältigkeit verbarrikadiert sich die CD trotz einer verbleibenden gewissen Unauffälligkeit im Gehirn und verweigert die zeitnahe Abstellung in die hinteren Bereiche des CD-Regals. Irgendein Klangfetzen bleibt hängen, den man sich nochmal anhören muss...

Facts:

Label:
Kill The DJ

Mediatype:
CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
16.02.2008

VÖ-Datum:
10.10.2007

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Autor:
Björn

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Björn hat bereits 179 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne. 2008-02-16 0 3,3

Tracklist:

01. The Waiting Room
02. I Want You
03. Be Kind To Me
04. It's Sunday
05. Common Cello
06. Around The Clock
07. No One Can Be
08. Suspended
09. Amour
10. Dead End
11. Beneath The Underground
12. Over The Dose
13. Brashov
14. Womb To Tomb
15. The Door

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