Brandon Flowers Flamingo

Die Killers haben Pause! Diese nutzt Brandon Richard Flowers um sein Solo-Debut einzutüten. Flamingo erschien Anfang September und bietet vierzig Minuten kurzweiligen Pop ohne großartige Überraschungen.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass Flowers zur Produktion Altbewährtes wieder aufgegriffen hat und zwei Drittel der Songs mit Stuart Price und Daniel Lanois abgemischt hat, zu deren Ruhmestaten an dieser Stelle sicherlich nicht mehr viel erzählt werden muss. Für die restlichen Songs engagierte er Brandon O’Brien, der mit der Creme de la Creme der amerikanischen Indie/Grunge-Szene schon so manches Studio teilte. In Summe klingt das auch wie die Killers, nur eine Stufe ruhiger. Lediglich zwei Songs fußen auf einem etwas schnelleren Rhythmus: da wäre ‚Jilted Lovers and Broken Hearts’, ein typischer Midtempo-Beitrag mit wechselnder Dynamik sowie ‚Was It Something I Said?’ mit prominenter Kopfstimme und Hammond-Orgel. Ganz so wie die ehemalige Heimat des Wüstensohns, Las Vegas, einen farbigen Akzent in eine karge Landschaft voller Joshua Trees setzt, so schafft es Price den recht bodenständigen Songs durch elektronische Spielereien die ein oder andere Wendung zu geben. Bestes Bsp. ist ‚Only The Young’, bei dem ein synthetisch erzeugter Klangteppich und hallverspiegelte Bits and Pieces den Charme des Songs maßgeblich mitgestalten. In Country-Gefilde traut sich Flowers mit ‚Playing With Fire’. Eine Slide-Guitar und bewusst dezent eingesetzte Drums passen zu kargen Landschaften und gut gekühltem Dosenbier in einer Tanke an der Route 40 irgendwo bei Barstow. Stimmlich gibt Flowers wie gewohnt alles und der Wiedererkennungswert seiner Vocals ist sicherlich eines der Verkaufsargumente dieser Veröffentlichung.

Den Glamour der Neonreklamen und der Revue-Girls im Booklet sucht man vergebens. Vielmehr findet sich in Flamingo das Bild des Sonnenuntergangs vor roten Felsen in der Mojave Wüste, das sich auf dem Centerfold befindet. Ob das ausreicht muss jeder für sich selbst entscheiden, ein bisschen mehr Revolution wäre nett gewesen…

Facts:

Label:
Island

Mediatype:
CD

Genre:
Pop / Wave / Minimal

Review-Datum:
08.09.2010

VÖ-Datum:
03.09.2010

Leserwertungen:
4

Bewertung:
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Autor:
Ralf

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Ralf hat bereits 797 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne. 2010-09-08 4 3,3

Tracklist:

01. Welcome To Fabulous Las Vegas
02. Only The Young
03. Hard Enough
04. Jilted Lovers & Broken Hearts
05. Playing With Fire
06. Was It Something I Said?
07. Magdalena
08. Crossfire
09. On The Floor
10. Swallow It

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