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24.10.2008
Darkenia
Atomic Neon muss nicht sein!

Atomic Neon Change

Schockschwere Not, was hat mich da nur wieder geritten?

Schaue ich doch letztens in meinen Briefkasten und halte das 2te Werk von Atomic Neon in meinen Händen und es klingeln Alarmsirenen noch und nöcher. Also nochmal schnell an den CD Schrank... oh ja, am Debut hatte ich aufgrund der höflich formulierten "Nähe" zum Orginal in Verbindung mit einer Übersichtlichen Menge eigener Ideen, die dann auch noch nicht einmal Gute waren, doch einiges zu beanstanden. Warum also habe ich ja zur dieser Review gesagt.... ?

Naja, sei es drum, scheinbar waren einige gegenteiliger Meinung, denn wenn ein weiteres Album erscheint kann man doch von einer gewissen Interessengemeinschaft für die Cure-Fans Atomic Neon ausgehen. Ja, ich habe das böse Wort gesagt. The Cure. Ich werde es auch wieder sagen, denn ... "Change" stellt keinen Wechsel in Sachen Vorbilder dar. Melancholischer Wave/Gothrock der sehr ruhigen, fast schon einschläfernden Art und Jauljammereskapaden, die Robert Smith huldigen und nie nie nie nie erreichen werden. Aber bevor ich mich so richtig ärgere erst einmal etwas positives (Ja, wirklich, das gibt es): Instrumental haben die Musiker wirklich einen deutlichen Sprung gemacht. Das erinnert zum Teil auch mal an die Smiths oder Joy Division und vor allem das Keyboardspiel lässt meinen Kopf bisweilen wackeldackelartig mitwippen. Na wenn das nichts ist. Gut, was Großes ist das nicht, aber es ist immerhin mal was.

Doch es handelt sich ja (leider) nicht um ein instrumentales Album, also ran an den Gesang und ... ich will fairerweise nur kurz anbringen: Jedesmal wenn versucht wird, Robert Smith zu imitieren dann wird es schrecklich. Selten habe ich eine so dünne, fipsige und anstrengende Jammerei gehört. Es gibt zwar 2 oder 3 Stücke, bei denen man mit Hall retten wollte was zu retten geht, aber viel ist das nicht. Und das ist verdammt schade, denn wenn sich Rio Black (der auf der Homepage tatsächlich auch eine Smith-Gedenk-Matte auf dem Haupt präsentiert) mal vom Vorbild abwendet und wie im Opener "Alien" oder "Alone" eher raunt, dann klingt das drölf Millionen mal besser. Dann greift alles ineinander, dann sind Instrumente und Gesang gleichauf. Aber .... Und dann sind da noch die textlichen Probleme. Warum genau ein Lied auf deutsch und der Rest in englisher Sprache? Warum fade Inhalte? Warum ein solch nervender Texttiefpunkt wie in "Last light"?

Kleine Randbemerkung: Leider wurde das stärkste Stück des Albums "Alone" durch einen Hiddentrack-Appendix mit vollkommen unnötigen und unpassenden ElektroBlubber nicht verbessert. Nein wirklich: Warum zum Teufel muss sowas ans Ende eines solchen Albums gesetzt werden? Damit geht auch noch die Glaubwürdigkeit flöten. Prost. Jetzt muss ich das Stück schneiden um wenigstens einen Kandidaten für die Erinnerungsplaylist zu haben.

Verbesserung ja, 180 Grad Kehrtwende nein. Weiterhin bezweifle ich, dass Atomic Neon mit durchschnittlichen und faden Gothrockstücken und furchtbaren Gesangsleistungen Kaufgründe bieten würden, aber wer weiß... wenn die Entwicklung so weitergeht, dann kann man ja bei Album Nummer 4 die 4 Punkte und eine Reinhörempfehlung attestieren. Also: Instrumente? Check! Gesang, Ideen und Eigenständigkeit? Möööööp. Und bitte auch am Layout arbeiten. Ist momentan noch so fad und lieblos wie weite Teile der Musik.

Facts:

Label:
Black Rain

Mediatype:
CD

Genre:
Gothic / Medieval / Darkwave

Review-Datum:
03.05.2011

VÖ-Datum:
12.02.2011

Leserwertungen:
9

Bewertung:
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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 635 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Besser als der Vorgänger, schlechter als die Vorbilder. Schwer zu genießen. 2011-05-03 9 1,7

Tracklist:

01. Alien
02. Empty
03. Change
04. She
05. Welt Ohne Farbe
06. Booom
07. My Cry Of Pain
08. Weep
09. I Hate My Love
10. Last Light
11. I Am Black
12. Without You
13. Alone (+ Miesem Bonuselektro)

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