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06.06.2012
As Bright As A Thousand Suns
Gewohnt hohes Niveau

Arcana Raspail

Es gibt Alben, die einen, einmal gehört, so schnell nicht wieder loslassen. Ein bestimmtes Gefühl oder eine bestimmte Melodie sind es, die einen tagelang begleiten. Einmal in diesen Bann gezogen, wird das Album zu einem Wegbegleiter, der, je nach Musik, immer oder in ganz bestimmten Situationen Balsam oder Stimulans ist. Arcanas neues Album "Raspail" ist genau solch ein Album. Zwar haben das auch schon frühere Alben von Arcana geschafft, aber es gibt zwei Gründe, warum dies auf "Raspail" im besonderen Maße zutrifft. Arcanas erste Alben "Dark Age Of Reason" und "Cantar De Procella" waren sehr dunkle Seelenschauen, die aber vor allem unter ganz bestimmten Umständen ihre Stärke entfalten konnten. Neuere Werke wie "Inner Pale Sun" waren dagegen leichtfüßiger, vermochten aber nicht mehr so bedingungslos zu fesseln.

"Raspail" spannt einen Bogen zwischen diesen beiden Ausprägungen und verharrt in einer Art Schwebezustand. Nie wirklich so depressiv wie die tiefsten Abgründe der Seele und gerade so leuchtend genug, dass man den Pfad zum Abgrund noch erkennen kann. Das Album ist wie ein Messer, das Arcana bis zum Schaft in das Herz des Hörers rammen und dort stecken lassen. Der zweite Grund, der dieses Album von anderen Arcana-Werken unterscheidet, ist das Mehr an Text und damit Gesang. Natürlich finden sich auch auf "Raspail" wunderschöne, melancholische Instrumentalstücke, aber der Gesang von Ann-Mari Thim und vor allem Peter Bjärgö verleiht den Songs noch mehr Tiefe und Lebendigkeit.

Das fällt beim ersten Song "Abrakt" sofort auf, genauso wie die besondere Percussion. Spätestens bei "Invisible Motions" wird auch klar, an wen Rhythmus und Instrumentierung erinnern, nämlich Dead Can Dance zu Zeiten von "Toward The Within". Diese ansteckende Rhythmik ist ein ausgezeichneter Konterpart zu den getragenen Melodien. Ein Gefühl, das sich durch das gesamte Album zieht. Emotional immer im freien Fall und stets wieder aufgefangen von Pauke, Shékere oder Cabasa. "Raspail" strahlt eine idyllische und romantische Schönheit aus. Was für ein Album!

Facts:

Label:
Kalinkaland

Mediatype:
CD

Genre:
Gothic / Medieval / Darkwave

Review-Datum:
27.02.2008

VÖ-Datum:
29.02.2008

Leserwertungen:
2

Bewertung:
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Autor:
Veit

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Veit hat bereits 944 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne. 2008-02-27 2 4,2

Tracklist:

01. Abrakt
02. Sight Of Relief
03. Invisible Motions
04. Outside Your World
05. Parisal
06. Autumnal
07. Out Of The Gray Ashes
08. Lost In Time
09. In Remembrance
10. Circumspection

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