Amduscia Filofobia

Himmelherrgott, habe ich mich geirrt. Bemerkte ich am letzten Amduscia Werk, das durch den Tod von Edgar Acevedo überschattet war, dass man sich zu sehr auf Dauerbeatgeballer verlasse, so muss ich nach abgeschlossener Lauschequal sagen: Amdusia ist nun Soloprojekt und auch geeignet für Elektrokonsumenten mit schwachen Nerven. Wir sprechen hier von einer Unaufgeregtheit im Stile neuerer Wumpscut Alben... also wirklich lahm und dann auch noch auf zwei Cds gestreckt wie das Bier auf der Kirmes - mit dem gleichen faden Nachgeschmack.

Doch aller Katastrophe Anfang lässt eigentlich anderes erhoffen: "No gods" ist ein stimmungsvolles Intro mit gelungenem Sample Einsatz und das anschließende "Dig your grave" ein kraftvoller Tanzflächenfüller. Da dürfen sich die Knicklichter dieser Welt freuen und sie leuchten so hell, dass es danach fast schon zappenduster wird. Also bis hierher ein Lob, kommen wir zu den folgenden 19 Titeln.

Was ich lerne: 1. Leute, die Schlampen umbringen mögen es monoton 2. Wenn man auf standardisiert zusammengestellten Planindustrial steht darf man auf Cd 1 wahllos die Titel 3 bis 12 durchklicken 3. Textlich wollte man wohl neue Wege beschreiten: konzeptionell will man sich mit der Angst vor der Liebe beschäftigt haben. Im Ergebnos schreit Mastermind Polo dann aber über Wut, Gewal mit ein paar Fucks.... also mal was ganz was Neues im Aggrotech Sektor. Und schliesslich und endlich 4. Cd 2 ist leider nicht weniger unspannend, nur wird hier eher ruhige Elektronik geboten. Persönlich geht mir Nummer zwei aufgrund ausbleibender Bässe aus dem Bereich DrückerkolonnenHellektro weitaus weniger auf die Senkel, aber das als Prädikat Hörenswert zu loben wäre reiner Hohn gegenüber bemühten Vertretern des Genres.

Deutlich schwächer noch als der Vorgänger "Death..." (der zwar auch nicht der goldene, silberne oder bronzende Gral war, immerhin aber bei etwas mehr Liedern hörenswerten Standart bot) ist Filofobia einfach nur eine ReTortenSchlacht der Stagnation. Mögen viele dazu abgehen wie Schnitzel oder hübsche Tanzvideos mit Gasmaske für Youtube machen - wer hier noch von Leidenschaft oder Kreativität spricht, der glaubt auch noch an Ehrlichkeit im deutschen Schlager oder Kompetenz bei der FDP.

Oh, bevor ichs vergesse: die zweite (und ein klitzekleinwenig bessere Cd gibt es nur in der ersten Verkaufsversion, also sollten Blindkäufer und SammlungsKomplettisten wenigstens diese mitnehmen....

Facts:

Label:
Out Of Line

Mediatype:
Doppel-CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
20.10.2013

VÖ-Datum:
19.07.2013

Leserwertungen:
7

Bewertung:
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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 627 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Eine Aggrotech-ReTortenSchlacht der Stagnation 2013-10-20 7 1

Tracklist:

Cd1:
01. No God
02. Dig Your Grave
03. Bitch Killer
04. Revelations Of Innocence
05. The Spell
06. Muérete Ya
07. Filofobia
08. Una Esperanza Rota
09. Check Mate (love Game)
010. Your Last Time
11. Where Is Your God ?
12. Out Of Control

Cd2:
01. Insatiable Pain
02. Who Am I ?
03. Suffering
04. Macochi
05. Annunakis
06. Don´t Laugh Freak
07. Kick Some Ass
08. Reality
09. Sheol

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