Helium Vola: Mehr Infos zum Album "Wohin?"

Relevante Reviews zu Helium Vola:
  • Image
12.03.2013
Wohin?
"Wohin?" fragt sich Ernst Horn und meint damit die Zukunft seines zweiten großen Musikproj...

  • Image
18.03.2009
Für Euch, Die Ihr Liebt
Helium Vola sind seit ihrer ersten CD nicht gerade für leichte U-Musik bekannt. Warum soll...

Image
Achtung! Diese News stammen vom 15.02.2013. Die auf dieser Seite veröffentlichten Informationen und Links sind unter Umständen nicht mehr aktuell. Besuche unsere Rubrik News um aktuelle Nachrichten zum Thema Helium Vola abzurufen.
„Ach, das war doch eine tolle Zeit!“ In Interviews kommt Ernst Horn regelmäßig ins Schwärmen, wenn man ihn auf seine Jugendzeit als „68er“ anspricht und er erzählt von den Aktivitäten und Umtrieben und natürlich seinen Konzerterlebnissen mit Jimmy Hendrix, Pink Floyd und Led Zeppelin, meist jedoch gefolgt von einem Seufzer: „Aber dann kam ich nach hause und da lagen die Noten auf dem Klavier, die Sonaten von Beethoven und Prokoffiev, das war doch eigentlich die noch bessere Musik, und dafür musste man fleißig sein...“ Es folgte das Musikstudium als Dirigent, Pianist und Schlagzeuger, die Jahre als „Kapellmeister für Oper und Operette“, wenn sich an die Abendvorstellung meist der Besuch des örtlichen Punk-Clubs anschloss, dann die Abkehr von der Klassik-Karriere, mit der Hinwendung zur Elektronik in Hörspielproduktionen, Theater und Experimentalmusik und natürlich der Popmusik. So gab es regelmäßig Anerkennung und Preise für die „sperrigen Qualitäten“ seiner Experimente, Stirnrunzeln angesichts der Verkaufszahlen seiner Soloalben, aber auch Verblüffung über seine erstaunlichen Erfolge mit Deine Lakaien, Qntal und Helium Vola. Vor allem letztere sind ein Paradebeispiel für Offenheit und fantasievolle Vielfalt. Auf den drei Vorgängeralben „Helium Vola“, „Liod“ und „Für Euch, die Ihr liebt“ gingen Electroclash-Sequenzen nahtlos in zeitgenössische Madrigale über, wechselten sich clubtaugliche Politsongs mit entrückten Balladen ab, wurden wüste Soundcollagen in strenge Kompositionen gerahmt. Entscheidend für die „Stimmigkeit“ dieser Versuchsanordnungen waren ein übergeordnetes Konzept und die Auswahl der Texte, vornehmlich aus dem Mittelalter, aber auch moderne Lyrik, sowie der Interpreten, die besonders mit den Stilen der Alten Musik und der „E-Avantgarde“ vertraut sind. Das vorliegende Album Wohin? war nun der Versuch, in spielerischer Herangehensweise, unter dem ursprünglichen Titel „Quodlibet“ („wie’s euch beliebt“) eine Liedersammlung ohne verbindende Thematik zu gestalten. Ein Schwerpunkt lag dabei in der Erprobung neuer musikalischer Formen, wobei die Auseinandersetzung mit den Werken von Bach und Händel im Rahmen von Auftragskompositionen während dieser Zeit sicher eine Rolle spielte. So wurde Ernst Horn wieder mit den eingangs erwähnten Gedanken um seine Rolle als Musiker konfrontiert und aus dem Album ohne Konzept wurde eines über den Künstler zwischen den Welten, ein bereits im Dezember fertiges „Quodlibet“-Master wurde wieder verworfen, neue Stücke hinzugefügt und ein neuer Titel gefunden - nach vielen Jahren als Musiker und Komponist die Frage eines verirrten Kindes: „Wohin?“ „Nubibus artis“ steht als Eingangslied wie ein Motto dem Album Wohin? voran: „...wenn du in hellem Licht die Wahrheit erkennen willst: Die Freuden verjage, verjage die Furcht, die Hoffnung vertreibe, und Schmerz soll fern sein...“ Dazwischen sind einige schüchterne Einwände aus einem Frühlingslied gestreut: „Im Frühling wird alles neu....wie groß sind doch die Freuden für Liebende....“ Den Abschluss bildet „Aquil altera“ eine viertelstündige Komposition über ein Gedicht, das dem Flug des Adlers als Gleichnis für Inspiration, Schönheit und Wahrhaftigkeit huldigt - eine art „Selbstprüfung“ des Autors, wenn man so will. Teilweise wurden hierbei drei verschiedene Texte und Melodien übereinandergeschichtet, ehe sie in eine Klangcollage mit den Worten „da siehst du den Schatten, und dort die innerste Wahrheit“ münden. Zwischen diesen Polen wird über zwei Stunden ein Tableau an Themen und Empfindungen entworfen, wie es auf diese Art und Weise nur von Helium Vola stammen kann: „Uf der linden“, ein zarter Zwiegesang, welcher das Frühlingsmotiv aus „Nubibus artis“ übernimmt, das schaurige Gespräch eines jungen Mannes mit seiner toten Geliebten in „The unquiet grave“, unbeschwerte Tanzlieder, wie „Tanderadan“, „Heja, wie sie sang“ und „Ich will den sumer gruezen“, die düstere „Witwenklage“, die mit ihren schleppenden Bassschlägen an experimentellen Dubstep erinnert, das Jammern eines Ausgestoßenen in „Fama tuba2“, der wie ein zu früh geborener Rapper klingt, die schwermütigen und zarten Klagen in „Rose am Dorn“, „Die Andre“ und „Diu werlt was gelf“, das leidenschaftliche „Amor m’a posto“, hymnische Gesangs und Violin-Improvisationen in „DirIch“ (Text und Komposition Sabine Lutzenberger, an der Violine Magdalena Oettl!) und natürlich die politischen Lieder: der „Panzer Hymnus“ eine art „Passivwaffensegnung“ , wütend in lateinischer Sprache skandiert, „Excalibur“, die irrationalen Phantastereien eines Bergarbeiters in den dunklen Jahren unter Margret Thatcher und „Napuctun speaks“, die Verbindung von Lateinischen Kreuzfahrer-Parolen mit schwermütigen Untergangsvisionen aus dem Land der Maya (nein, das hat nichts mit dem Kalender und dem 21.12. zu tun!), die in dem resignierendem Fazit münden „Ash does not suffer“. Auffallend ist, dass auch die Gesangslinien der Sololieder oft in mehrstimmigen Überlagerungen angelegt ist, sicherlich eine Folge der oben beschriebenen Beschäftigung mit den „Alten Meistern“. Die Produktion ist wie immer von einem gewaltigen Park antiker und neuer Synthesizer in Kombination mit den Errungenschaften der digitalen Produktion dominiert. „Prima Voce“ von Helium Vola ist wie immer Sabine Lutzenberger, eine der hervorragendsten Sängerinnen der Alten Musik, Solistin und Mitglied bedeutender internationaler Vokalensembles und in letzter Zeit auch vermehrt in der E-Musik Avantgarde tätig. Ihr zur Seite stehen mit Gerlinde Sämann, Andreas Hirtreiter und Joel Frederiksen Solisten, die auf der Opernbühne, als Konzertsolisten, aber auch mit Ensembles, wie „Hilliard“, „Hesperion“ oder „Huelgas“ Erfolge feiern. Neu hinzugekommen sind Priska Eser, Sopran, Konzertsolistin und Mitglied im Chorensemble des Bayerischen Rundfunks, sowie Hannah Wagner, eine hoffnungsvolle Nachwuchssängerin und Komponistin, die an der Hochschule für Musik in Leipzig studiert. Das Album „Wohin?“ wird in aufwändigem Digipack erscheinen, Bettina Stickel gestaltete das Artwork mit eigens dafür angefertigten Zeichnungen in Mischtechnik, das Booklet beinhaltet die Texte in Originalsprache, Deutsch und Englisch. Wie auch sein Vorgänger „Für Euch, die Ihr liebt“, wird dieses sorgfältigst produzierte und hergestellte Doppelalbum zum handelsüblichen Normalpreis für CDs erscheinen, eine „Special“ oder „Standard“- Edition wird es nicht geben.

Meist gelesene News:

17.08.2012 And One: Neues Album "Magne... (10730 Klicks)
20.02.2013 WGT 2013 - Ticket-Vorverkau... (9310 Klicks)
18.04.2000 Wer liest was? (9151 Klicks)
29.04.2008 neues Album von Apoptygma B... (9058 Klicks)
27.09.2012 My Secret Island: Alternati... (8878 Klicks)
05.09.2010 Constance Rudert und Bluten... (8666 Klicks)
15.01.2014 Großbrand beim Zillo Magazi... (6856 Klicks)
05.06.2011 Gio van Oli & Chris Ruiz - ... (6566 Klicks)
29.03.2011 WGT 2011 - Der Countdown lä... (5495 Klicks)
15.04.2004 Joachim Witt - Tour verscho... (5219 Klicks)

Meist gelesene Reviews:

20.03.2013 Depeche Mode - Delta Machin... (10560 Klicks)
27.08.2012 Ost+Front - Ave Maria (7559 Klicks)
04.08.2013 Covenant - Leaving Babylon (7386 Klicks)
12.01.2018 Mark Benecke - Dem Doktor s... (7371 Klicks)
27.06.2002 Feindflug - Hirnschlacht (7275 Klicks)
11.09.2008 Knorkator - Weg Nach Unten (7146 Klicks)
20.09.2013 Sopor Aeternus & the ensemb... (6552 Klicks)
28.08.2012 Joachim Witt - DOM (6414 Klicks)
02.05.2011 Zynic - Fire Walk With Me (6345 Klicks)
01.03.2013 Dunkelwerk - Operation Düst... (5932 Klicks)

(c) Medienkonverter Online - Alle Rechte vorbehalten Vervielfaeltigung nur mit Genehmigung.
Alle Angaben erfolgen ohne Gewaehr. Page Impressions diese Seite: 1.028 Statistiken
Impressum