Hamburg elektronisch Vol.3 - von House zu House

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Achtung! Diese News stammen vom 12.02.2016. Die auf dieser Seite veröffentlichten Informationen und Links sind unter Umständen nicht mehr aktuell.
Viel lässt sich gegen den Begriff der „Hamburger Schule“ sagen, zum Beispiel: Die Bands spielten unterschiedliche Stile, sie wehrten sich gegen lokalpatriotische Vereinnahmung und vor allem: Schule? Eine Schule für eine Stadt mit fast zwei Millionen Einwohnern? Das reicht doch nicht, da muss noch mehr sein. Und da war auch schon mehr, schon immer. Belege gefällig? DJ Koze, eigentlich MC bei Fishmob, verarbeitete Blumfelds „Tausend Tränen tief“ zu Minimal House. Der Klassenprimus Tocotronic ließ sich von Erobique remixen. Richard von der Schulenburg, damals Keyboarder von Die Sterne, ist mittlerweile als DJ bekannt für deepe, liebevolle Sets. Oh, und den G-Move für frohsinnige Raver gab es ebenso wie den Front-Club, wo House in der BRD eine erste Heimstatt fand. Wer sich der Musikszene Hamburgs nähert, sollte also nicht den Fehler machen, ihre achtenswerte Vergangenheit als Hochburg des geschrammelten Diskurses mit der Gegenwart zu verwechseln. Wer „Hamburger Schule“ sagt, muss auch „Hochschule“ sagen, oder „Uni“, „polymorphe Abendschule“, vielleicht noch „Bildungskreis Exzess & Kunst“ und darf selbstverständlich die Dropouts nicht vergessen. Diese tummeln sich mittlerweile nicht nur im bereits erwähnten, politisch wie musikalisch noch immer relevanten Umfeld des Golden Pudel Clubs. Da gibt es ebenfalls das GOLEM, Anlaufpunkt für die Bohème mit Vorliebe für Jazz, Marcuse und Minimal Techno, das Frappant mit seinen Off-Partys für Kunstsinnige, die lebensfrohen Grünanlagen-Open Airs im Sommer, das PAL im Karoviertel, das TurTur in Wilhelmsburg, das Uebel & Gefährlich und noch einige Läden mehr. Ihre Betreiber lieben das Tanzen und die Musik mehr als das Geschäft. Manche gehen dabei so weit, dass sie an dieser Stelle besser nicht genannt werden (sorry, Gewerbeamt). Jenseits etablierter Strukturen gibt es eine rege und spontane Szene hingebungsvoller Veranstalter und Labels wie Smallville, Pampa, Derivé Schallplatten, Baalsaal Records oder DIYNAMIC Music... Unter anderem, immer unter anderem. Die Reihe „hamburg elektronisch“ widmete dieser Vielfalt unter dem Motto „von house zu house“ bereits zwei Compilations. Deren hohes Niveau wird auch in der dritten Ausgabe durch insgesamt 29 teils exklusive Tracks von z.B. DJ Koze, Erobique, Christopher Rau, Isolée und Lawrence gehalten. Auf 2 CDs inkl. Download, als digitales Album (jeweils mit Einzeltracks + Mix) und als 12“ EP stellt „hamburg elektronisch vol. 3“ eine Stadt vor, in der sich mehr bewegt als ein paar Schiffe im Hafen. Das sollte Schule machen.

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