Debütalbum “Objects In Motion” von Weareoff

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Achtung! Diese News stammen vom 13.05.2013. Die auf dieser Seite veröffentlichten Informationen und Links sind unter Umständen nicht mehr aktuell.
Sich einer gewissen modellhaften Strenge zu bedienen, um den eigenen Standpunkt im postmodernen Kladderadatsch zu bestimmen, kann bei mangelnder Sorgfalt schnell zu einer wenig erbaulichen Form der reinen Kopie werden. Weareoff aus Hamburg bewegen sich auf ihrem Debut-Album “Objects In Motion” in einem recht klar definierten Rahmen, zertreten die Schablonen jedoch zunächst – die angefrorene Ästhetik der frühen Achtziger Jahre wird lediglich als Folie verwendet, die Formelhaftigkeit vollkommen zeitgemäß präsentiert. Ohne je das Ziel des Popsongs als solchen aus den Augen bzw. Ohren zu verlieren, hat die Band zusammen mit Produzent Udo Böckmann (Finn, Mediengruppe Telekommander, Barra Head, Alias Caylon) Minimalismus, Kühle und finstere Eindeutigkeit in ein äußerst modern klingendes Album gegossen. Zwar ist die Vorbildhaftigkeit von Bands mit sehr ausgeprägten Frisuren nicht zu überhören, doch fehlt jede Verstaubtheit, die nach Jahrzehnten unüberschaubarer technischer Fortschritte und einem somit immer weiter veränderten Klangverständnis heutzutage und für heutige Ohren den Bands aus den staubigen Industriestädten anhaften mag. Weareoff haben nichts mit dem lowfi-Ansatz zu tun, der bei vielen Wave-Wiedergängen aus holzvertäfelten Kellern angesagter nordamerikanischer Stadtviertel zentral ist. Vielmehr wurde bei “Objects In Motion” Wert auf, nunja, Weite gelegt: Die Produktion ist aufgeräumt, läßt elektronischen wie analogen Elementen gleichsam Raum und betont stets die äußerst eingängigen Melodielinien, je nachdem, ob diese nun von Gitarren, Tasten oder Stimmbändern erzeugt werden. Und sie vernachlässigt zu keiner Zeit den Tanzboden. Gerade “Miracle” könnte eben die Diskotheken gleichsam mit Spitzbeschuhten wie mit eher herkömmlich gekleidetem Indie-Volk füllen. Und dies, ohne die betont vom neo-romantischen Ansatz beeinflußte Textebene zu vernachlässigen – “Miles away yet it feels out of place, just another useless notion to fill the space” heißt es in Bound By Silence. Nielsens Texte funktionieren auch als Gedichte, sie entsprechen der Atmosphäre dieses Albums, in gedruckter Form vorstellbar in pechschwarzem Einband.

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