Interview mit Covenant

Covenant - Eskil


Covenant - Joakim


Covenant - Clas


Reviews zu Covenant:
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04.11.2016
The Blinding Dark
Ein dunkles Juwel

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06.09.2013
Leaving Babylon
Covenant ohne Kompromisse. Für mich deutlich besser als die letzten VÖs.

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14.01.2011
Modern Ruin
Abwechlungsreich, dynamisch, mitreißend, einfach gut.

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22.10.2010
Lightbringer
Covenants "Lightbringer" - ein Streichholz in dunkler Nacht.

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19.10.2007
In Transit
Alles in allem ein fettes Packet, das man hier für die Fans geschnürt hat.

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22.09.2006
Brave new world
Mit "Brave New World" kam nun die zweite Auskopplung des interessanten Albums "Skyshaper" ...

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03.03.2006
Skyshaper
Ich kann mit reinem Gewissen eine Kaufempfehlung aussprechen.

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20.01.2003
Bullet
Wenn im Rahmen einer Veröffentlichung von 'Covenant' im Tracklisting die Worte 'Club Versi...

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30.09.2002
Northern Light
Ohne mit besonders prophetischen Gaben ausgestattet zu sein, kann ich schon jetzt sagen: D...

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12.08.2002
Call The Ships To Port
Die neue Covenant Maxi ist ein ziemlich guter Vorgeschmack auf das neue Album der 3 Schwed...

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07.02.2000
United States Of Mind
Nach ein paar Samplerbeiträgen, die ich von den Jungs bisher kannte, ist 'United States of...

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Achtung! Dieses Interview stammt vom 21.08.2002. Die auf dieser Seite veröffentlichten Informationen und Links sind unter Umständen nicht mehr aktuell.
Zuerst ein paar Fragen zu der Geschichte von Convenant: Wie fing alles an, wie habt ihr zusammengefunden und wer hatte die Idee eine Band zu gründen?


Oh, das geht weit zurück.Wir waren schon vorher befreundet und die ersten, kleinen Schritte zusammen Musik zu machen begannen 1986 in einer damals noch ganz anderen Band in unserer Heimatstadt. Wir gingen noch zur Schule. Wir kommen aus einer kleinen Stadt - aus Helsingborg in Schweden.


Wo Clas noch immer lebt?


Ja. Es ist klein genug, dass früher oder später jeder jeden mit gleichen Interessen kennt. Wir interessierten uns zufällig für die gleiche Art Musik und es gab nur einen Ort, wo man hingehen konnte und der war in einer anderen Stadt. Jedes Mal, wenn wir da waren, sah und traf man sich und kam miteinander ins Gespräch. Wir waren ungefähr 6 oder 7 Leute und jeder hatte elektronische Instrumente zu Hause, aber keiner von uns hat ernsthaft etwas mit ihnen gemacht.
Eskil's Eltern sind sehr aufgeschlossen und sie haben ein grosses Haus; also wählten wir den Keller des Hauses und fingen an, die nächsten paar Jahre einen furchtbaren Krach zu produzieren (lacht).
Leute kamen und gingen; wenn man Teenager ist, geht das jedem so: Leute kommen, Leute gehen, aber Eskil, Clas und ich waren immer der Kern dieser verschiedenen Konstellationen.
In den frühen Neunzigern zogen wir in eine andere Stadt, um auf die Universität zu gehen und aus irgendeinem komischen Grund kam es, dass Clas und ich ein Appartement bewohnten und Eskil und seine Freundin das Danebenliegende bekamen. Ein total kurioser Zufall. Wir sahen darin eine Art Zeichen: O.K. - es muss was passieren. Und so richteten wir ein kleines Studio in Clas' Schlafzimmer ein und fingen an, uns Covenant zu nennen. Ein paar Jahre spielten wir auch nur herum, denn unsere Studien forderten ebenfalls sehr viel Aufmerksamkeit von uns. 1993 bekamen wir endlich einen kleinen Plattenvertrag und machten unser erstes Album.


Wie kamt ihr zu dem Namen Covenant? Hat der eine besondere Bedeutung?


Ja, wir merkten, dass wir ungefähr 25 verschiedene Bandnamen in unserer Vergangenheit hatten und wir haben oft darüber nachgedacht und wollten einen Bandnamen, der sehr symbolisch wäre, der sich anhörte wie das Ideal, das wir anstrebten - um im Gedächtnis zu behalten, wie es innerhalb einer Band sein sollte. Wir hatten ein Ideal, dass eine richtige Band wie eine Bruderschaft ist: Fast romantisch, überlebensgross. Wir dachten viel darüber nach; dann erinnerte ich mich an die Geschichte aus der Bibel, als die Juden sich in der Wüste verirren und Moses auf den Berg geht, um das Gesetz von Gott zu empfangen. Das ist der Punkt, wo sie den Bund mit Gott eingehen und das auserwählte Volk werden. Dieser Bund heisst [im Englischen] The Covenant. Es ist wie ein Vertrag, der extrem schwerwiegend ist, fast wie eine Blutsbrüderschaft. Da dachten wir: "O.K. - coole Bedeutung!", und dass dies ein gutes Ideal wäre, das man nicht vergessen sollte. Also wählten wir diesen Namen.


Was waren die ersten Reaktionen Eurer Familien und Freunde auf die Musik die Ihr machtet?


Ich denke, besonders Eskil's Vater, der ein grosser Musikliebhaber ist - in ihrem Haus gibt es ungefähr 10 Radios, die alle auf den gleichen Sender eingestellt sind: klassische Musik 24 Stunden am Tag, so dass immer Musik ist, die ganze Zeit, jede Sekunde am Tag.


Überall?


Ja. Über 5 Jahre hatte er die Geduld unsere Bassdrum zu ertragen, ungefähr so (schlägt mit dem Zeigefinger einen Bassdrum-Beat auf den Tisch), im Keller - auch fast 24 Stunden am Tag. Seine Reaktion war ein bisschen Enttäuschung darüber, dass Eskil - der Violine spielt - sich der Popmusik zuwandte, diesem, in seinen Ohren, furchtbaren Krach. (lacht) Aber er war sehr nachsichtig und das ist, denke ich, das Wichtigste. Ich weiss noch, dass mein Vater sagte: "O.K. Ich kaufe Dir einen Synthesizer, wenn du lernst, wie man ihn spielt und Klavierstunden nimmst." Aber ich war nicht ausdauernd genug, und nahm mein eigenes Geld und kaufte mir selbst einen. Ich denke nicht, dass einer von uns ahnte, dass dies 10 Jahre später unser Job sein würde.


Das bringt mich zu meiner nächsten Frage: Hättet ihr je erwartet oder gedacht, dass es so weit gehen würde, dass ihr Platten veröffentlichen würdet, und Leute euch bei Konzerten frenetisch feiern?


Nein! Nicht einmal in meinen kühnsten Träumen habe ich mir diese Szenen ausgemalt ...


Wann habt ihr begriffen, dass das wirklich passiert?


Ich hab's eigentlich immer noch nicht wirklich realisiert ... Die Sache ist die, dass wir nicht einmal davon geträumt haben, es war noch nicht einmal ein Ziel. Wir machten einfach Musik, weil wir den Drang dazu hatten, fast wie eine Droge. Es war klar, dass Musik mein Leben bestimmen würde, aber nicht auf diesem Niveau. Ich denke, die erste Ahnung der Popularität, die wir in dieser winzig kleinen Underground Subkultur erregten, bekamen wir, als wir zum allerersten Mal in NewYork City spielten.
Wir machten eine unglaublich kleine LowBudget-Tour, 1996 oder 1997, und wir fuhren mit einem kleinen Auto herum, durch das ganze Land, einen Monat lang. Nur Eskil, mein Dad und ich - Clas musste arbeiten. Und wir spielten in NewYork City und es kamen 600 Leute, was für uns eine gewaltige Anzahl von Leuten war. Als wir anfingen zu spielen, stürmten viele die Bühne und wir mussten die Show 3 oder 5 mal unterbrechen, da wir nicht einmal mehr spielen konnten. Da haben wir dann realisiert, dass wir etwas haben, was diese Menschen wollen. Ich denke, das war der Moment, wo ich realisiert habe, dass da eine Möglichkeit war grösser zu werden.


Soweit ich weiss, habt ihr nur ein Album auf Memento Materia veröffentlicht. Andere Bands, wie z.B. mesh, noch einige mehr. War der Deal beschränkt oder hatte es andere Gründe?


Tatsächlich ist das ein bisschen komplizierter, wir hatten das erste Album gemacht und auch 'Sequencer' machten wir mit Memento Materia, aber die Lizenz wurde an Off Beat in Deutschland verkauft. Nach 'Sequencer' gingen wir in Europa komplett an Off Beat. Wir hatten auch immer noch einen Vertrag mit einem unglaublich kleinen Label in Amerika. Dies war ein Vertrag, den Memento Materia abgeschlossen hatte. Also gaben wir Memento Materia die Lizenz für Amerika. Dies beinhaltete auch 'Europa'. So haben wir insgesamt 3 Alben bei Memento Materia veröffentlicht.


Dann seid ihr zu Dependent gewechselt und Eskil war auch einer der Mitbegründer von Dependent. Warum habt ihr die Arbeit mit Dependent nicht fortgesetzt?


Die Idee hinter Dependent war, ein Label zu haben, das nur aus vier Bands und Stefan Herwig, dem Manager und kreativen Kopf bestand. Die Idee war, eine Zusammenarbeit zu haben - wir hatten keine Anteile oder irgendwelche wirtschaftlichen Interessen. Die Idee war, dass jede Release Kampagne 50-50 zwischen Label und Band geteilt würde, Kosten und Gewinne. Wir würden das gleiche Risiko tragen und den gleichen Gewinn erhalten. Es ist eine unglaublich gute Idee. Aber ich denke, das Problem mit Dependent war, dass Stefan seine Kapazität überschätzt hat. Am Ende waren zuviele Dinge mit zuwenig Leuten zu tun. Wir erfüllten unseren Vertrag mit dem 'Synergy' Live Album und standen jetzt vor der Wahl: weiterzumachen und einen neuen Vertrag mit Dependent abzuschliessen, oder uns nach etwas anderem umzusehen.
Zur gleichen Zeit wuchsen VNV Nation explosionsartig: Sie hatten einen unglaublichen Erfolg - in einer kurzen Zeit. Und wir sahen, dass es für Stefan unmöglich war, 2 erfolgreiche Bands zur gleichen Zeit zu betreuen. Die meiste Zeit fast alleine. Er hat zwar Hilfe, aber er ist ein Mensch, der alles unter Kontrolle haben muss; was gut ist - und schlecht. So haben wir entschieden, es woanders zu probieren und landeten am Ende bei ka². Ich denke, für Stefan ist es auf lange Sicht auch gut, ein bisschen mehr Freiraum zu haben. Aber Stefan Herwig ist immer noch ein guter Freund von uns, und wir melden uns von Zeit zu Zeit bei ihm, auch wenn wir Ratschläge brauchen. Und er war - abgesehen von uns selbst - der wichtigste Mensch in unserer Karriere; und ist es noch, denn er war es, der alles zum Laufen brachte, der uns erzählte, wie was zu machen war. Und wir stehen tief in seiner Schuld.
Ich hoffe, dass, wenn wir etwas Erfolg haben, er mit unserem Backcatalogue noch ein bisschen verdient.


Was war der Hauptgrund, euch für ka²/SONY zu entscheiden? Waren Verkäufe/Verkaufszahlen oder Promotionaspekte Gründe für eure Wahl?


Nein, überhaupt nicht. Natürlich ist es schön, mehr Platten zu verkaufen und einen höheren kommerziellen Erfolg zu haben. Aber das, was wir damit verdienen, geht gegen Null, denn die Tantiemenbeträge bei einer Major Company heutzutage sind absolut lächerlich. Ich glaube, wir müssten Verkaufszahlen erreichen, die ich mir nicht einmal vorstellen kann, um überhaupt ein bisschen Geld heraus zu bekommen. Wir hatten Vorschüsse, wir müssen alles wieder einbringen. Die kommerzielle Kapazität war interessant, aber nicht ausschlaggebend. Wir wollten die Ressourcen - um in der Lage zu sein, die Dinge zu tun, die wir tun wollten. Und genau das hat ka² uns geboten.
Wir hatten Treffen mit 8 oder 10 Major Labels, glaube ich, bevor wir uns entschieden haben. Auch wenn die Leute nett zu uns waren, war doch leicht zu sehen, dass sie uns zwar alles versprechen, aber nichts davon halten würden, weil sie einen Scheissdreck auf die Musik geben. Sie sehen nur, "Ah, da ist eine Underground Band, die sich vielleicht ganz gut verkaufen liesse." Also wollten sie ein Stück vom Kuchen, denke ich.
Im Gegensatz dazu war ka² ein neues Label, dass gerade 4 Monate alt war, als wir als erste Künstler unterschrieben. Aber die Verantwortlichen hatten 10 Jahre Erfahrung in der Major Industrie. Und sie wollten zurück gehen - dahin, wo sie her kommen. Und sie wollten, dass das Projekt zusammen wächst. Das Label und die Bands. Es ist ein bisschen wie die Idee, die hinter Dependent stand, und doch unterschiedlich. Ausserdem herrschte zwischen den Leuten und uns die richtige Chemie, als wir sie trafen, und natürlich hatten sie die Stärke und Logistik von SONY/Epic, die förderlich sind, um viele Leute zu erreichen und Dinge zu verwirklichen.


Seit wann habt ihr Musik zu eurem (Haupt-)Beruf gemacht?


Eskil und ich sind seit vielleicht 5 Jahren mehr oder weniger professionelle Musiker. (lacht) Es macht uns nicht fett, ist aber eine tolle Sache. Es war unsere Wahl. Hätten wir eine normale Karriere verfolgt, hätten wir jetzt wahrscheinlich das 10fache von dem, was wir jetzt haben, an Geld.


Aber ihr verdient euren Lebensunterhalt ...


Ja, wir können unsere Miete bezahlen ... (grinst).


... und seid zufrieden.


Klar, ja, ich würde lieber in einer Baracke auf der Strasse leben und Spass haben, als gelangweilt in einer Villa sitzen.


Ein paar Fragen zu 'Northern Light'. Der Labelwechsel zu ka² passierte im Mai letzten Jahres. Jetzt haben wir August. Warum hat es solange gedauert?


Die Arbeit begann im Herbst 2000, als Eskil gerade nach Berlin gezogen war - wir fingen fast unmittelbar darauf an, neue Songs zu machen, natürlich inspiriert von der grossen Stadt und den Dingen die dort passieren. Dann suchten wir nach einem neuen Label und fanden ka². Danach brauchte es noch eine ganze Zeit, alles zu organisieren, den Vertrag zu unterschreiben, denn wir wollten nicht wirklich anfangen, ernsthaft zu arbeiten, bevor wir einen Vertrag fest in den Händen hatten.
Das dauerte einige Monate und dann mieteten wir im letzten Sommer ein Haus in Dänemark - Eskil und ich - und sassen da und machten Musik - was wirklich cool war und tatsächlich auch sehr gut funktionierte. Ein paar Monate danach gingen wir dann nach Helsingborg, da wir ein paar Sommer Gigs hatten, und alles wurde ein bisschen zerstückelt. So dass wir, denke ich, Ende September letzten Jahres ernsthaft anfingen am Album zu arbeiten.
Dann hatten wir Meetings mit Jacob Hellner, unserem Produzenten, und wir merkten, dass wir vor vielen technischen Problemen standen, da sein Studio sich sehr von unserem unterscheidet. Und wir mussten dafür sorgen, dass auch alles miteinander funktionierte. Allein dafür haben wir ungefähr 1 ½ Monate benötigt, nur damit alles zusammenpasste. Dann gingen wir nach Stockholm und arbeiteten ungefähr 10 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche, 6 Monate lang.


Hört sich hart an!


Ja, das Problem ist: Jacob ist ein Perfektionist, wir sind auch Perfektionisten, und so sassen 3 detailversessene Idioten im Studio - da braucht es schon eine ganze Zeit, etwas fertig zu bekommen. (grinst) Am Ende war es natürlich ermüdend und auch teilweise frustrierend und ein bisschen zu teuer, aber das Ergebnis, denke ich, rechtfertigt es.


Da gebe ich dir recht. Von dem, was ich bis jetzt hören durfte, hört es sich sehr gut an. Sehr gereift.
Was einem sozusagen ins Ohr springt, ist dass euer Sound von 'Europa' an sanfter geworden ist, leichter zugänglich. 'Dreams Of A Cryotank' und 'Sequencer' scheinen noch eher ein bisschen experimenteller zu sein. Ist dies von euch beabsichtigt oder eher eine zufällige Entwicklung?


Wir empfinden es eigentlich genau umgekehrt. (lacht) 'Dreams Of A Cryotank' und 'Sequencer' sind die leichten Alben. Wenn wir die Dinge sanft und gereift machen, dann ist das für uns Experimentieren. Weil das etwas ist, was wir in unserer Bandgeschichte vorher nie gemacht haben. Für uns ist es leicht, aggressive, harte Club Musik zu schreiben, aber einen sanften und melancholischen Song zu machen, ist sehr viel schwieriger, weil die Parameter, aus denen wir wählen können, reduziert sind und jede kleine Sache einen viel stärkeren Einfluss auf deine ganze Musik und den Song als Ganzes hat.
Von Seiten der Produktion und des Songwritings her, finde ich die sanften Songs am schwierigsten. Ich denke, es hat mit der Herkunft zu tun, wo man herkommt und womit man angefangen hat.


Was waren denn zu Beginn eure Einflüsse und Vorbilder - wovon habt ihr euch inspieren lassen?


Das erste Album, das ich von meinem eigenen Geld kaufte, war 1979 Kraftwerk's 'Man Machine' - natürlich war dies ein unglaublicher Einfluss auf mich. Als ich diesen Sound das erste Mal hörte, war mir sofort klar, dass ich elektronische Musik machen wollte. Nichts anderes interessierte mich mehr - ich wollte Sachen mit Schiebereglern und viel Noise.
Die New Romantic und New Wave Sachen der frühen Achtziger fielen in unsere Teenager-Zeit. 1984 hörten wir Front 242 das erste Mal, ihr erstes Album, das zu der Zeit eine komplett neue Art von Musik war. Wir dachten: "Hmm, interessant." und fingen an, mehr darüber herausfinden zu wollen. Wir fanden Bands wie Cabaret Voltaire, Nitzer Ebb, DAF - den härteren Sound der elektronischen Welt. Dann kam zur gleichen Zeit die Gothic Welle nach Schweden, mit Bands wie Joy Division, Sisters of Mercy, Fields of the Nephilim und dieser schwarze, dunkle Grufti Sound, die Originale. Bauhaus. Diese Musik hatte eine starke Wirkung auf uns.


... und hat es wahrscheinlich immer noch!?


Ja, hat es. Man kann natürlich seinen Wurzeln nicht entfliehen. Und es gibt auch keinen Grund dieses zu tun, aber man muss ein bisschen offener werden. Und dann passierte eigentlich in den nächsten paar Jahren nichts, denn dann und wann ereignet sich einfach für eine Weile nichts, und dann tritt etwas Neues zu Tage.
1988, '89, '90 waren es dann die Acid House und Techno Underground Bewegungen, die nach Schweden kamen. Es gab illegale Raves und die ganzen Sachen und wir stürzten uns darauf. Denn diese elektronische Musik war für uns der logische nächste Schritt. Da war ein neuer elektronischer Sound, immer noch elektronisch, aber auch mit einem Zweck. Es war zwar ein dummer Zweck, nämlich nur umherzuspringen, aber es ist zweckbetont. Und es geht zurück zu den Ideen des 19./20. Jahrhunderts, dass Musik einen Zweck haben muss. Idealistisch, aber es ist toll anzuhören.
So hörten wir viel Dance Musik und lernten viele DJs kennen. Nachdem wir uns mit ihnen unterhielten und merkten, wie sie mit verschiedenen Arten von Musik umgingen, war es für uns sehr offenbarend. Und wir versuchten zu verstehen: "Warum bringt der Beat die Leute zum Tanzen? Wie funktioniert es?". Weil, wenn du nur eine Bassdrum hast (schlägt mit dem Zeigefinger einen simplen 1-2-3-4-Beat auf dem Tisch) wird keiner tanzen, aber wenn du ein wenig Groove hinzufügst (variiert den Beat), ganz einfach, werden die Leute auf eine bestimmte Art tanzen. Aber wenn du dann den Groove verschiebst, nur ein bisschen, tanzen sie anders. Das sind Sachen, die diese Menschen einfach wissen, was Musiker vielleicht nicht immer verstehen. Also fingen wir an, kleine Sachen herumzuschieben und probierten es an uns selber aus: Ist es tanzbar oder nicht? Für ein paar Jahre waren wir von dieser Idee besessen, und als wir dann endlich unseren Plattenvertrag bekamen, versuchten wir, alle diese Ideen auf 'Dreams Of A Cryotank' zusammenzuführen. Dies schlug natürlich fehl ... (lacht)


... nicht wirklich ...


(lacht) ... ich denke, es ist kein Album zu dem man gut tanzen kann, aber es ist interessant ...


... Theremin ...


Ja, richtig vielleicht die Club Version, die ursprüngliche auf dem Album nicht, die ist nur fett. Eigentlich ist es nur Gabba ... (grinst)


'Northern Light' ist das erste Album, das ihr nicht komplett alleine produziert habt. Warum nicht?


(nachdenkliche Pause) (lacht) Ja, gute Frage ... Wir hatten die Idee - auch schon bei 'United States of Mind' - es mal mit einem externen Produzenten zu versuchen, da man irgendwann, wenn man sich zu sehr damit beschäftigt, Musik zu machen und gleichzeitig auch zu produzieren, ein bisschen engstirnig wird. Wir wollten raus aus den Schablonen von Covenant und merkten, dass es, um das erfolgreich umzusetzen, es eine gute Idee wäre einen Produzenten dazuzunehmen. Also sprachen wir mit ka² und sandten ihnen eine Wunschliste, die unglaublich unrealistisch war (lacht) Wir hätten u.a. gerne Brian Eno gehabt... Und sie sagten: "O.K. , die sind zu teuer - warum redet ihr nicht mal mit Jacob Hellner?" Eskil sagte daraufhin: "O.K. - cool!", während ich entgegnete: "Ich mag Rammstein nicht! Ich glaube nicht, dass er der richtige Mann ist." Daraufhin hatten wir ein Treffen mit Jacob und merkten, dass er schon viel mehr als nur Rammstein gemacht hat. Er ist nicht wirklich ein Rock'N'Roll-Produzent, sondern einfach nur ein sehr musikalischer Mensch, mit der Fähigkeit aus jeder Band die guten Sachen herauszuholen. Nachdem wir uns ein paar Stunden mit ihm unterhalten hatten, war klar, dass wir es mit diesem Mann machen würden, dass wir ihn brauchen. Es war eine leichte Entscheidung und eine der besten Entscheidungen, die wir je getroffen haben.


Hört sich an, als wärt Ihr mit seiner Arbeit sehr zufrieden!?


Ja, absolut! Nichts, worüber man sich im Geringsten beklagen könnte.


Gab es Konflikte während der Produktion des Albums und wenn, wie wurden sie gelöst? Hattet ihr ein grosses Mitspracherecht bzw. konntet ihr im Zweifel selbst die Entscheidung treffen?


Dies war das konfliktfreieste Album, das wir je gemacht haben. Vielleicht auch, weil wir einen Produzenten hatten und Eskil und ich zusammengearbeitet haben, statt miteinander zu streiten. Bei jedem bisherigen Album waren immer nur wir beide beteiligt und Eskil am meisten, da er derjenige mit den besten produktionstechnischen Kenntnissen in der Band ist. So endete es immer damit, dass wir uns stritten, da es auch keinen Puffer zwischen uns gab.


Kreative Streits?


Kreativ? Absolut! Und am Ende auch gut, aber dieses Album war fast langweilend konfliktfrei. (lacht)


Du sprachst gerade von den Kämpfen bei den letzten Alben. Belastet das nicht manchmal das Verhältnis zwischen Eskil und Dir längerfristig, oder bekommt ihr es immer wieder geklärt?


Wir kennen uns schon seit einer so langen Zeit, dass wir schon fast wie Familie sind. Wir 3 sind alle Menschen mit sehr starken Meinungen und einer grossen Willenstärke, so dass es unvermeidbar ist, dass Diskussionen und auch machmal sehr starke Meinungsunterschiede auftreten. Aber, wie ich vorhin schon bei der Frage zum Bandnamen sagte, nehmen wir unsere Verbindung sehr ernst und wenn da ein schwerwiegender Konflikt besteht, muss etwas dagegen unternommen werden. Wir müssen uns wie Erwachsene verhalten und darüber reden und versuchen, diese Meinungsunterschiede zu beseitigen. Andernfalls hätte es keinen Sinn weiterzumachen.


Gab es bis jetzt Situationen auf einem eurer Alben, wo du sagen würdest, einer von euch beiden ist zuviele Kompromisse eingegangen, oder war es immer so, dass wenn ihr auf das Endergebnis geschaut habt, ihr gesagt habt: "Das ist grossartig. Das war's wert. Wir haben erreicht, was wir wollten."?


Wir hätten nichts auf dem Niveau von Kompromissen veröffentlicht. Das ist der Grund, warum die Alben manchmal eine lange Zeit benötigen. Weil wir begeistert sein müssen. Weil jeder damit zufrieden sein muss. Natürlich mache ich Kompromisse, Eskil macht auch Kompromisse und Clas muss mehr Kompromisse machen, als wir, da er noch einer normalen Beschäftigung nachgeht und nicht die Möglichkeit hat, die Dinge genauso stark zu beeinflussen, wie wir. Also, es gibt natürlich Kompromisse, aber keine mit denen ich nicht leben könnte.


Wird es Unterschiede bei den im Handel zu erwebenden CDs von 'Northern Light' geben? Eine limited Edition vielleicht mit Bonustracks? Oder ein 2CD/DVD Set?


Diese Sachen werden gerade entschieden. ka² ist mit einigen Ideen gekommen: Sie möchten eine Doppel-Vinyl mit ein paar Bonustracks machen - ich weiss, das Eskil gerade in Helsingborg an einem davon arbeitet -, sie planen auch eine DVD-Edition mit dem Video zu 'Bullet', der zweiten Single, und auch ein Live-Video, das wir vor ein paar Wochen für die 'Call the Ships to Port'-Single in Belgien aufgenommen haben. Hoffentlich wird alles zusammenkommen. Wenn der Plan in Produktion geht, wird es eine DVD-Edition geben, ein Limited-Edition Digipak, die CD und eine Doppel-Vinyl. Hoffentlich. Es ist auch eine Geldsache. Es ist teuer, diese Sachen zu machen.


Was können wir für die kommende Tour, die - glaube ich - im November startet, erwarten? Veränderungen in eurer Performance? Vielleicht einen Live-Schlagzeuger? Denn einige eurer neuen Songs enthalten ja live eingespieltes Schlagzeug.


Es ist kein live eingespieltes Schlagzeug im eigentlichen Sinn. Wir machten eine Schlagzeug-Session von 2 Tagen mit einem wirklich guten Schlagzeuger im Studio. Am Ende hatten wir, glaube ich, 15 oder 18 Stunden Schlagzeug. Wir nahmen dann die Sachen, die uns am besten gefielen und sampelten es - so wie wir es immer gemacht haben. Der echte Schlagzeuger hat zwar viel getrommelt, aber wir haben ihn wie eine Rhythmusmaschine eingesetzt. Ich sehe keinen Grund einen Live-Schlagzeuger auf die Bühne zu holen. Wir sind eine elektronische Band. Viele Bands versuchen 'echte' Musik aus elektronischer Musik zu machen, aber wenn man das will, sehe ich keinen Grund elektronische Musik zu machen.
Ich denke nicht, dass es einen zusätzlichen Musiker geben wird - eher einen zusätzlichen Sänger, wenn möglich und wenn notwendig. Weil gerade 'Northern Light' ist sehr gesangsbasierend: viele, viele Gesangsspuren, die man zwar nicht wirklich hört, die aber vorhanden sind und die das gewisse Extra bei 'Northern Light' ausmachen. Also ziehen wir in Erwägung, vielleicht einen zusätzlichen Sänger zu haben.
Aber wir werden versuchen, eine neue Liveshow zu machen - das ist auch eine der Sachen, an denen wir gerade arbeiten. Es gibt ein neues Computervideosystem, das 'The Cataclyst' heisst, und unser Lichttechniker, der auch mit Project Pitchfork und einigen anderen Bands des Genres arbeitet, ist ein Spezialist auf diesem System und es ist total neu, sehr Hi-Tech und sehr kompliziert. Die Idee dahinter ist, dass man eine Menge verschiedener Projektoren synchronisieren kann, so dass man Dinge vom Inneren und Äusseren von verschiedenen Objekten projizieren kann und dass man das Bild verdrehen kann, so dass es in einen Freiraum past. Es wird für Filmtheater und Werbeveranstaltungen benutzt. Man kann es auf verschiedenen Oberflächen benutzen, um Dimensionen zu verändern, du kannst zum Beispiel eine Bühne so gross aussehen lassen (zeigt mit den Fingern ein paar Zentimeter) oder gigantisch und auch die Perspektive verändern. Es ist schwer zu erklären, aber es sieht unglaublich aus. Also, wir versuchen eine Ausrüstung zusammenzustellen, die man gut mit auf die Tour nehmen kann und die idiotensicher ist. (grinst)
Es ist eine Menge harter Arbeit und ich bin nicht sicher, dass es so kommt, aber wenn, dann wird es sehr anders sein und wie nichts, was ich jemals gesehen habe.


Hört sich sehr interessant an und als wenn wir viel zu erwarten hätten.


Ja, ich hoffe es wirklich. Wir werden sehen - wenn ich weiss, dass es funktioniert, lasse ich es die Leute wissen! (lacht)


Wisst ihr schon, wen ihr als Support Act dabeihaben werdet?


Nein, wir haben zwar ein paar interessante Vorschläge, aber am Ende ist es eine Frage der Logistik und, wie immer, des Geldes. Wir haben 3 oder 4 verschiedene Bands in Aussicht, aber diese Sachen müssen zwischen den Labels, zwischen den beiden Managements und natürlich von uns entschieden werden. Aber alle diese Bands, sind Gruppen, die wir wirklich mögen - wir sind von allen wirklich grosse Fans.
Egal, wer mit uns auf Tour geht, es wird eine Band sein, die wir mögen und Leute, mit denen wir gerne zusammenarbeiten.


Kannst du schon irgendwelche Namen nennen?


Nein ...


O.K. Was magst du und was magst du nicht, wenn ihr tourt? Entstehen Probleme? Und wie ist die Atmosphäre zwischen euch dreien?


Auf Tour zu sein, ist das Beste und das Schlimmste, wenn man Musiker ist. Keiner von uns ist wirklich ein Darsteller. Wir hatten nie den Traum, Sachen live zu präsentieren und Menschen zu erreichen, aber wenn man sieht, wie die Leute auf die Musik reagieren, hat sich alles gelohnt. Es ist fantastisch auf der Bühne zu sein, Musik zu spielen, die wir gemacht haben und zu sehen, wie die Leute reagieren. Es ist unbeschreibbar. Fantastisch. Auf der anderen Seite sind es nur 2 Stunden am Tag, die man auf der Bühne steht und mit den Menschen interagiert, die anderen 22 Stunden sind eine Woche lang Spass, nach 2 Wochen merkwürdig, nach 3 Wochen ...


... langweilig? ...


... nein, nie langweilig, aber sehr beanspruchend, und nach 4 Wochen werde ich verrückt - es ist zuviel. Also müssen wir Kompromisse eingehen: Dazwischen, die Sache so gut wie möglich zu machen und dazwischen, zu versuchen, geistig gesund zu bleiben. (lacht) Weil: Wenn man im Bus lebt, ist es wie in einem U-Boot, 15 Personen auf engstem Raum, 24 Stunden am Tag. Für mich sind es zuviele Leute für diese lange Zeit. Eskil und Clas schaffen es besser, damit umzugehen, aber früher oder später macht jeder aus dem Bus etwas total verrücktes. Einfach, um die Energie abzubauen oder unsere Aufmerksamkeit auf bestimmte Sachen zu lenken. Komische Dinge passieren, es ist auch nicht immer der grösste Spass, aber wenn man sich hinterher erinnert, vergisst man die schlechten Sachen und erinnert sich an die guten Sachen.
(Nachdenkliche Pause) Um es zusammenzufassen: Ich bin gerne auf Tour.


Wann habt ihr angefangen in Anzügen aufzutreten? Und wie wurde es zuerst vom Publikum aufgenommen?


(lacht) Das Anzug Image kam ganz natürlich, weil wir vorher schon Anzüge trugen - in der Schule. Und es ist einfach, man muss nicht soviel denken. Es sind nur 2 Teile - vielleicht manchmal 3. Alles woran man denken muss ist, die Hemden zu bügeln (lacht) und den Anzug einmal im Monat zur Reinigung zu bringen. Nein, es ist einfach bequem, sieht gut aus und ist einfach zu handhaben. Auf den ersten beiden Touren hatten wir ein komplett anderes Bühnenoutfit, trugen aber im Privaten Anzüge, also dachten wir: "O.K. Hmmm - nicht viele andere Bands tragen Anzüge auf der Bühne, warum behalten wir nicht einfach den Anzug?" (lacht) Natürlich ist ein anderer Anzug, denn man wird schmutzig und verschwitzt. Es war nur eine logische Idee und wir bekamen viel Aufmerksamkeit dadurch, denn nicht viele Bands tun es, besonders nicht bei der Art von Musik, die wir machen. Die Industrial Szene hat einen gewissen punkigen Touch und wir haben uns nie damit identifiziert.


Aber euer Publikum nimmt sich euren Faible für Anzüge ja auch ein bisschen an. Ich habe schon gehört, dass viele Leute, die zu euren Konzerten gehen, Anzüge tragen.


Ja. Das ist cool. Das ist gut. Die Leute sollten sich besser anziehen. (lacht)


Welche Länder, in denen ihr bis jetzt noch nicht aufgetreten seid, würdet ihr gerne touren?


Oh, das gibt noch soviele Orte, wo wir noch nicht waren. Japan natürlich. Japan wäre unglaublich. Nicht nur weil Japaner musikverrückt sind, sondern auch weil Japan ein tolles Land ist.


Seid ihr in Japan bekannt?


Nein, ich glaube nicht, dass wir je eine einzige Platte in Japan verkauft haben. Wir hatten dort nie einen Vertrieb. Vielleicht als Import, wovon mir nichts bekannt ist, aber offiziell hatten wir dort überhaupt keine Verkäufe. Es ist auch schade, aber, denke ich, eine Sache, die ka² vielleicht für uns arrangieren könnte.
Es kümmert mich nicht wirklich, ob sie ein Album kaufen, solange ich Tokyo besuchen kann. Ich will nach Japan! (lacht)
Und Russland wäre supercool. Es gibt eine schwedische Band namens 'Vacuum', die von einem der 'Army of Lovers' gegründet wurde. Und sie wurden Superhelden in Russland - das bekam der Sänger mit. Und er war überwältigt von dem russischen Publikum und dem Land. Das wäre auch ein Traum.


Gibt es Unterschiede beim Publikum in den verschiedenen Ländern? Den Deutschen wird ja z.B. nachgesagt, sie seien eher cool und zurückhaltend, während die Schweden sehr extrovertiert sein sollen?


Wir bringen jeden zum Tanzen! (grinst) Nein, eigentlich ist es überall recht ähnlich. Ich denke, es ist in jeder Subkultur oder in jedem spezialisierten Genre gleich, egal ob Reggae, Funk - egal was. Die Regeln, wie man sich darstellt, sich anzieht und die Art, wie Leute zu Konzerten gehen ist allgemeingültig.


Und was war euer bester und was war euer schlimmster Auftritt?


(Lacht) Der schlimmste Auftritt bisher, obwohl es da durchaus noch Wettbewerb gibt, war einer, den wir in einer kleinen schwedischen Stadt hatten. Wir waren 6 Stunden gefahren und bekamen kein Geld. Wir kamen an und fanden heraus, dass es eine Art anarchistische Reggae-Punk Veranstaltung war - irgendjemand hatte uns aus einem unerfindlichen Grund gebucht und wir waren der Headliner ... Als wir anfingen zu spielen, waren ungefähr 25 Leute da. Also klebten wir den Knopf der Nebelmaschine fest. Es war soviel Nebel, dass wir nicht einmal mehr unsere eigenen Instrumente sehen konnten. Wir spielten ungefähr 45 Minuten, dann verzog sich der Nebel und es waren ungefähr 6 verwirrte Leute übrig, nach dem Motto: "Oh, was ist passiert?". (lacht) Das war wohl der absolut schlimmste. Was auch noch furchtbar war, war als uns einmal die Nebelmaschine kaputtging. Wir hatten aber noch Rauchbomben von der Armee, nur leider war der Rauch giftig. Also wurde der Gig abgebrochen, die Polizei kam und stellte uns ein paar unangenehme Fragen - das war auch nicht wirklich gelungen.
Was den besten Auftritt angeht - es gab so unglaublich viele tolle und coole Momente auf der Bühne, mir fällt da keiner ein, den ich als 'den' besten bezeichnen könnte ...


Was kommt zuerst, wenn ihr Songs schreibt, die Musik oder die Texte? Und was sind die Aufgaben von jedem von euch beim Songswriting, wer macht was?


Es variiert, aber in 90% der Fälle schreibt Eskil die Musik und ich die Texte und Clas ist mehr der Entscheidende, seine Funktion ist auszuwählen und uns zu sagen, was gut ist und was schlecht ist. Wir hören auf das, was er sagt, und dann gehen wir zurück an die Arbeit und machen weiter. Das ist die normale Rollenverteilung, aber wir alle tauschen auch mal.
Musik und Texte entstehen meistens gleichzeitig: Eskil sitzt vor seinem Rechner und macht Musik und ich sitze am Schreibtisch und schreibe die Texte. Wenn ich schreibe sage ich Eskil schon manchmal: "Diese Melodie wird aber nicht zu den Worten passen. du musst sie ändern!" und Eskil würde antworten: "Die Melodie ist super - änder den Text!", dann diskutieren wir ein bisschen, kommen zu einer Lösung und machen weiter. Jetzt, wo wir alle an verschiedenen Orten leben, ist es meistens so, dass Eskil eine Idee verfolgt, ich verfolge eine Idee, wir schicken sie einander und reden darüber. Dies ist ein bisschen langsamer, aber die Ergebnisse werden sehr interessant, allein dadurch.


Wie lange arbeitet ihr an einem Song? Geht es eher schnell oder nicht? Bastelt ihr noch viel an den Sounds und experimentiert?


Das ist auch immer sehr unterschiedlich. Manchmal macht Eskil den musikalischen Teil nur am Klavier, und hat vielleicht die Melodie und die Idee für den Song in 30 Minuten fertig. Danach verbringen wir vielleicht noch einen Monat damit, ihn gut klingen zu lassen. 95 % der Arbeit ist, die Sounds auszuwählen, neue Sounds zu machen, sie passend zu machen, die Struktur des Songs zu finden, die Sounds und der Gesang müssen zusammen passen. Das eigentliche Songwriting geht eigentlich ziemlich schnell, nur das Endergebnis braucht bei uns etwas länger. Wir arbeiten sehr langsam. Wir denken auch sehr viel darüber nach. Viel Theorie, wir möchten einen Song perfekt machen und wir möchten, dass alles zusammenpasst. Das Meiste ist wirklich das Diskutieren, Reden, eine Lösung finden...


Höhere Verkaufszahlen haben in letzter Zeit auch mehr Kritik hervorgerufen, wenn man sich die letzten Veröffentlichungen einiger Künstler z.B. von Apoptygma Berzerk so anschaut. Wie wichtig ist euch diese Kritik?


(Nachdenkliche Pause) Wir machen die Sachen, weil wir sie machen wollen und denken, dass es gute Ideen sind, aber wenn die Leute denken oder jemand zu mir sagt, wir würden uns verkaufen und einen weicheren Sound kreiieren, nur um mehr Platten zu verkaufen, macht mich das traurig, weil das nicht der Fall ist. Wir machen die Musik, die wir machen wollen und hoffentlich kauft es auch jemand, aber wenn nicht, bleibt es immer noch das, was wir wollten, und wir haben uns für nichts kompromittiert.
Diese Art von Kritik ist unnötig und wirklich schmerzlich anzuhören. Wenn die Leute einen falschen Eindruck davon haben, weshalb wir diese Sachen machen, ist es schwer zu erklären, warum man diese Sachen macht. Es wird immer verschiedene Meinungen geben, warum Sachen so werden, wie sie sind, aber ich kann nur ehrlich sagen, dass wir nichts getan haben, um Verkaufszahlen zu verbessern oder jemandem zu gefallen.


Wird es schwieriger, je mehr ihr gemacht habt?


Es wird zunehmend schwieriger, neue Sachen zu finden. Natürlich lernt man und wird besser, in dem, was man macht, aber jeder hat, denke ich, nur eine begrenzte Anzahl an Grundideen, die man auch nur begrenzt variieren kann, so kommt man irgendwann an Stellen, wo es schwer wird, neue Ideen in den Kopf zu bekommen.


Was sind eure Pläne und Wünsche für die Zukunft - für euch selbst und für Covenant?


Ich hoffe, dass dieser Herbst eine interessante Zeit sein wird, weil dies ein Album ist, wo ich denke es ist das beste Album, was wir je gemacht haben, wie ich finde. Es hat wirklich lange gedauert, es fertigzubekommen und ich bin sehr gespannt, wie die Leute darauf reagieren werden. Ich freue mich auch schon sehr auf die Tour, um in der Lage zu sein, mit den Leuten zu sprechen, um zu hören, wie sie es finden. Es ist natürlich sehr wichtig, denn, wenn man etwas macht, will man, dass die Leute darauf reagieren. Ich bin wirklich sehr neugierig zu sehen, wie die Leute das aufnehmen, was wir geschaffen haben.
Und ich hoffe, dass wir fähig sind, weiterzumachen, auf die gleiche Art. Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, wo wir die Möglichkeiten haben, das machen zu können, wovon wir vor 5 Jahren geträumt haben. Wenn das Album total floppt, (lacht) wird es sehr schwer, so weiterzumachen wie bisher. Wir werden sehen. Ich weiss nicht - viele Sachen können passieren.
Grundsätzlich möchte ich nur zufrieden mit meiner Arbeit und meinem Leben sein. Nichts Grosses.


O.K. Die besten Wünsche für euch und vielen Dank für das Interview.


Facts:
Interview mit:
Covenant

Interviewer:
Florian

Interview-Datum:
21.08.2002

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