“A focused voice reigns down like a firestorm / you know what you must do / venture down into the underworld to prove that love is true / Eurydice don't follow me the world has grown so cold / Eurydice don't follow me my love I'm losing hold (…)”
Für Orpheus ist die ganze Sache letztendlich nicht glücklich ausgegangen.
Aber die Sage über die einzig wahre und den Tod überwindende Liebe hat ihre Spuren in der Geschichte hinterlassen und viele Künstler beeinflußt. So auch die Crüxshadows, deren Anfangszeilen aus „Eurydice (Don’t follow)“oben zitiert worden sind.
Der Anlaß für diesen kleinen Exkurs und die noch folgende Bandhistory ist die momentan laufende „CXS World Tour 2005“. Bis Mitte August stehen noch mindestens 12 Konzerte in Deutschland auf dem Programm. Eines der nächstmöglichen ist am kommenden Freitag, den 24.6. im K17 in Berlin. Die Karten kosten 11,50 € im VVK, Einlaß ist ab 20 Uhr. Danach folgen Konzerte unter anderem in Mühlheim, Augsburg, Rostock und Kiel.
Mit Songs wie „Leave me alone“, „Deception“, „Winterborn“, oder „Marilyn, My Bitterness“ haben sich die Crüxshadows die Herzen ihrer Hörerschaft gesichert.
Die Mischung aus Goth, Dark Wave und Electro sind im musikalischen Oeuvre wichtige Grundlagen, die aber vor allem durch die romantisch verträumten Klänge der E-Violine (Rachel McDonnell) und der experimentierfreudigen, „beißenden“ Gitarre (Stacey Campbell) vervollkommnet werden. UND natürlich der gefühlvolle, manchmal schwermütige Gesang des Frontmannes, Gründers und Texters Rogue.
Seit Gründungstagen in den frühen 90ern in Nordflorida haben sich die Crüxshadows ihre Stellung als eine der bekanntesten Darkwave Bands hart erarbeitet. Vor allem ihre offensive Live-Präsenz mag ein wichtiger Baustein ihres Erfolges sein. Mit der Europatournee 2001 war dann auch das europäische Augenmerk auf sie gerichtet. Die Früchte des Erfolgs: Im Sommer 2003 erreichte die Single „Frozen Embers“ Platz 2 der Deutschen Alternative Charts, wie zuvor auch die Single „Tears“. „Eurydice“ verbrachte über zwei Jahre in den Top 40 New Wave Charts of mp3.com. Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern wie Apoptygma Bezerk, Fictional und vielen andere haben die Clubpräsenz der Crüxshadows verstärkt.
Zahlreiche Wechsel im Line-Up konnten dem als Quartett bestehenden Ensemble künstlerisch nichts anhaben (Chris verließ im November 04 die Band, während der Tour wird das Keyboard von Trevor Brown gespielt, der 1997-1999 bereits bei CXS war).
Die nächste Veröffentlichung ist die „Shadowbox“- DVD Mitte Juni, die Aufnahmen des Konzerts auf dem WGT 2004 und einige andere „goodies“ enthält. Gespannt darf man sein, ob die für Oktober/November geplante CD termingerecht erscheinen kann.
Die Tour bestreiten die Crüxshadows mit „Ego Likeness“. Eine US Gothic Rock Band um die Sängerin Donna Lynch und Gitarrist Steven Archer. Der Gesang von Donna erinnert ein wenig nach Faith And The Muse, singt Steven, dann scheinen Vergleiche zum frühen Andrew Eldritch angemessen. Die verschiedenen Möglichkeiten der Musik kombinierend; Sprechgesang, Instrumental, Dance Music und Dark Elektronika, beginnen die beiden schließlich 1999 als Industrial / Trip-Hop Project. „Drangonfly“, die erste Release schließt den Trip-Hop bereits wieder aus, die Demo „Songs from a dead city“ wird bereits elektronischer, behält aber eine „dunkle“ Grundstimmung. Es fließen Samples aus „Flatliners“ oder „Jagd nach roter Oktober“ ein.
Ein spannendes Gespann, wie mir scheint! Und da möchte ich dann doch ganz verträumt mit Rogues Worten schließen: „Live, Love, Be, Believe“.