Damit hatte nun wirklich niemand gerechnet. Weder die Fans und noch Keyboarder und Sound-Tüftler Vasi Vallis, geschweige denn Infacted Recordings, das Label der viel gehörten und geliebten Synthie-Pop Formation Namnambulu – Ende Juni proklamierte Hendrik Iversen, Sänger und Songwriter des Duos, eigenmächtig seine Trennung bzw. sein Ausscheiden auf der Bandhomepage.
Wie es schien, hatte hier jemand anscheinend kurzerhand über die Zukunft eines Projektes entschieden, das einst wie aus dem Nichts aufgetaucht war, quasi in Windeseile eine große Hörer- und Fangemeinde aufbauen konnte und nun ohne große Worte wieder beendet werden sollte. Denn wie man es dreht und wendet, ohne Sänger Hendrik wäre NNB nicht mehr das Besondere gewesen, für das dieses Duo so geschätzt wurde – eine (scheinbar) perfekte Symbiose aus Vasi Vallis’ vielseitigen, feinfühligen und treibenden Melodien und Hendriks faszinierender, fast schon „betörender“ Stimme. Was nun nach außen hin wie ein gewaltiger Blitz eingeschlagen hatte, war wohl schon einige Zeit ein Schwelbrand – Löschungsversuche eher zwecklos.
Die Zahl der im Gästebuch verewigten Beileidsbekundungen von enttäuschten, aber auch empörten Fans reißt noch immer nicht ab, doch der erste große Schrecken dürfte sich inzwischen gelegt haben. Der Grund: Vasi Vallis arbeitet bereits eifrig an einigen neuen Projekten, die wahrscheinlich gar nicht über den Trennungsschmerz (auch für die Fans) hinweg helfen sollen, sondern offen neue Wege, Perspektiven, Ziele und vor allem Ausdrucksformen verfolgen. Dass Stillstand meist den Rücktritt, manchmal auch den Tod bedeutet, ist landläufig bekannt. Doch nicht jeder packt es so energiegeladen wie Vasi Vallis an und schafft es, diese Weisheit für sich zu nutzen, indem er mutig die nächsten Schritte voraus geht ...
Vor wenigen Tagen habe ich ihn nun um ein Gespräch gebeten – über das, was war, was ist und was (hoffentlich) noch oder nicht (mehr) sein wird.