Härtzbrecher - Grausam Sein

Härtzbrecher - Grausam Sein

Härtzbrecher … was ist das denn bitte? Ein neues Waschmittel? Der neueste, besonders brachiale Typ eines Presslufthammers? Nein, keineswegs. Tatsächlich handelt es sich um eine – zugegeben sehr kreative – Namensidee für eine Band, die nun ihr Debütalbum mit dem ebenso passenden Titel „Grausam Sein“ veröffentlicht hat. Schon allein diese Kombination aus Bandname und Albumtitel macht deutlich, wohin die Reise geht: subtil ist hier eher nichts.

Stilistisch bewegt sich das Ganze – wie bei diesem Namen kaum anders zu erwarten – im EBM-Umfeld, angereichert mit rockigen Elementen, deutschen, kritischen Texten sowie recht eingängigen Melodien. Dazu gesellen sich einige Songs, die ganz klar auf Clubtauglichkeit schielen. Beim Durchhören fühlte ich mich stellenweise stark an Megadump erinnert, manchmal schimmert aber auch ein gewisser Rammstein-Vibe durch. Zwischendurch blitzen sogar Erinnerungen an gute alte NDW-Zeiten auf, was dem Album eine unerwartete zusätzliche Ebene verleiht.

Trotz dieser durchaus spannenden Mischung will bei mir die Begeisterung allerdings nur langsam aufkommen. Woran das genau liegt, kann ich gar nicht eindeutig festmachen. Ist es der teilweise sehr schreiende Gesang? Oder sind es doch die deutschen Texte, die manchmal etwas zu direkt daherkommen? Eigentlich sind die Texte handwerklich gut gemacht und sauber in die Melodien integriert – daran allein kann es also nicht liegen. Vielleicht ist es schlicht die Gesamtästhetik, die polarisiert. Sicher ist: An dieser CD werden sich die Geister scheiden.

Die einen werden „GRAUsam SEIN“ vermutlich für ein absolutes Brett halten und ohne zu zögern sechs Sterne vergeben. Andere hingegen dürften nach wenigen Minuten entnervt den Auswurfknopf am CD-Player drücken. Ich selbst befinde mich irgendwo dazwischen. Einige Tracks stechen klar hervor: Track 6 – „D.I.F.D.“ gefällt mir aufgrund der fast schon dance-typischen Synthesizer sehr gut, während Track 3 – „la guitara en oro“ mit starkem Gesang und einem wirklich gelungenen Text überzeugt. Genau solche Momente machen das Album interessant – und sorgen dafür, dass man nicht vorschnell urteilen sollte. Ich entscheide mich daher spontan für eine hohe BEwertung und werde der CD definitiv noch ein oder zwei weitere Durchläufe gönnen. Irgendwie hat sie doch etwas, das hängen bleibt – auch wenn ich selbst noch nicht ganz greifen kann, was es genau ist.

Wer sich ein eigenes Bild machen möchte, sollte auf jeden Fall einmal reinhören. Unter anderem bietet die Homepage der Band entsprechende Kostproben an – und dann heißt es: selbst entscheiden, ob Härtzbrecher eher Waschmittel, Presslufthammer oder doch musikalischer Glücksgriff sind.

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