Eigentlich war dieses Album zunächst nur für einen kurzen News-Beitrag auf der Hauptseite vorgesehen. Nachdem ich es jedoch irgendwann nicht mehr aus dem CD-Player bekam und von Song zu Song aufs Neue überrascht wurde, entschloss ich mich nach längerer Zeit spontan, mal wieder einen ausführlicheren CD-Review zu verfassen.
Daniel Meyr von Haujobb, Victoria Lloydt von Claire Voyant, Vanessa Briggs und Dennis von In Strict Confidence veröffentlichten am 19.09.2001 beim Label Flatline Records das Album „Great Industrial Love Affairs“. Vierzehn elektronische Meisterstücke finden sich auf dieser abwechslungsreichen Scheibe – und wie bereits erwähnt: Einmal im CD-Player gestartet, lief das Album beim ersten Durchgang tatsächlich komplett durch. Das ist heutzutage vielleicht keine außergewöhnliche Leistung, bei vielen Veröffentlichungen aber durchaus ein Qualitätsmerkmal.
Besonders beeindruckt hat mich der sechste Track „Siren“. Eine großartige Stimme, eine starke Melodie, ein passender Beat und die gelungen eingesetzten elektronischen Elemente greifen hier hervorragend ineinander. Sollte sich der eine oder andere DJ dazu durchringen, den Song tatsächlich aufzulegen, könnte sich „Siren“ durchaus zu einem Tanzflächenfüller entwickeln. Das nötige Potenzial ist jedenfalls vorhanden.
Ganz anders, aber nicht weniger gelungen, präsentiert sich anschließend der ausgesprochen ruhige Titel „Impulse“, der vermutlich von Victoria Lloydt gesungen wird. Der Song nimmt deutlich Tempo heraus und setzt stärker auf Atmosphäre, Gefühl und eine fast schwebende Stimmung. Gerade dieser Kontrast zu den tanzbareren Stücken macht den Titel besonders interessant.
Die eigentliche Stärke dieses Albums liegt meiner Meinung nach in der hohen Dichte an hochwertigen und zugleich sehr unterschiedlichen Songs. „Great Industrial Love Affairs“ klingt nicht wie eine lose Sammlung elektronischer Stücke, sondern erstaunlich geschlossen und abwechslungsreich zugleich. Manche Schreiber dieser Seite würden dem Album wahrscheinlich ohne zu zögern sechs Sternchen verpassen. Da ich bei der Sternchenvergabe traditionell etwas geiziger bin und mir der Song „Turn to Stone“ – was für ein Name! – dann doch ein wenig zu heftig ausfällt, begrenze ich meine Bewertung auf vier von fünf Sternchen.
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