Achtung, Dark Ambient! Wer hier auf schnelle Hooks oder warme Harmonien hofft, sollte besser einen Schritt zurücktreten. „Ashes“ klingt nämlich nicht nach einem Neuanfang, sondern eher nach dem Moment danach. Wenn alles gesagt, alles verbrannt und nur noch das Nachglühen übrig ist, setzt ‘A Thousand Reasons’ an und formt daraus Klang. Still, düster und mit einer fast greifbaren Schwere entfaltet sich ein Album, das mehr Atmosphäre atmet als viele andere überhaupt erzeugen.
Das vierte Full-Length des italienischen Projekts erscheint digital am 2. Februar 2026 über Loud Silence, die CD-Version folgt meinen Infos nach dann am 25. Juli 2026 via Machine Tribe Recordings. Mastermind Simone „Zimon“ blickt dabei bewusst zurück auf die Stimmung des Debüts Regeneration, treibt den Ansatz jedoch weiter in Richtung Verdichtung und Tiefe. Wo frühere Werke noch stärker erzählten, lässt „Ashes“ Raum für Projektion, für das langsame Entfalten dunkler Texturen und schwelender Drones.
Stücke wie „Unprocessed“ oder „Ashes“ wirken wie akustische Ruinenlandschaften, in denen sich jedes Detail Zeit nimmt, während „Quantum (version 2)“ und „The Shining (version 2)“ bekannte Motive neu ausleuchten, ohne ihnen die Schwere zu nehmen. Besonders „Rlyeh“ zieht den Hörer tief nach unten, bis schließlich „Vecna“ den Abschluss bildet: ein über elf Minuten schleichendes Stück, inspiriert von der Serienwelt rund um Stranger Things, allerdings weit entfernt von offensichtlichen Zitaten oder Gimmicks. Stattdessen baut sich Spannung auf, die eher unter die Haut kriecht, als laut aufzuschreien.
Mit knapp 45 Minuten Spielzeit bleibt „Ashes“ fokussiert und geschlossen. Wer die Entwicklung von ‘A Thousand Reasons’ über Tales from the Unknown, die späteren Wiederveröffentlichungen bei Mist Label oder das Kollaborationsprojekt Fragments verfolgt hat, bekommt hier keine Überraschung im klassischen Sinn, sondern eine konsequente Zuspitzung. „Ashes“ ist ein Album für Kopfhörer, Dunkelheit und Geduld – und genau darin liegt seine Stärke.
Dunkle Rückbesinnung: ‘A Thousand Reasons’ künidgen „Ashes“ an
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