Celluloide - Bodypop E.P.

Celluloide - Bodypop E.P.

Nach zwei Alben melden sich Celluloide mit der „Bodypop EP“ zurück, die zugleich als Vorbote auf den dritten Longplayer dienen soll. Fünf neue Stücke und ein Remix geben einen ersten Eindruck davon, wohin die Reise geht. Die Band nimmt es auf ihrer Homepage bereits vorweg: Der bislang recht klassische Synthpop-Sound soll erweitert werden – in eine Richtung, die Celluloide selbst als „Bodypop“ bezeichnen. Und tatsächlich ist diese Entwicklung schon beim ersten Durchlauf deutlich zu hören. Der Gesamtausdruck wirkt düsterer, kantiger und stärker auf elektronische Körperbewegung ausgerichtet. Die Sequencer laufen nahezu pausenlos, während es an allen Ecken fiept, blubbert und bleept. Celluloide setzen stärker als zuvor auf rhythmische Strukturen und eine gewisse kühle Clubatmosphäre. Musikalisch steht der Band diese neue Ausrichtung durchaus gut, denn die Stücke wirken kompakter und besitzen mehr Druck als so manche frühere Synthpop-Nummer.

Ganz ohne Haken funktioniert das neue Konzept allerdings nicht. Die Gesangsparts lagen bereits auf den Vorgängern häufig in einer recht tiefen Stimmlage, auf „Bodypop“ scheinen sie nun noch ein paar Halbtöne weiter nach unten gerutscht zu sein. Das passt grundsätzlich zur dunkleren musikalischen Atmosphäre, bringt Sängerin Darkleti jedoch hörbar an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass die Stimme sehr laut und ausgesprochen direkt abgemischt wurde. Hall, Effekte oder andere klangliche Hilfestellungen halten sich auffällig zurück, wodurch kleinere Unsicherheiten umso deutlicher hervortreten. Auf dem letzten Album „Words Once Said“ wirkte das Verhältnis zwischen Gesang und Elektronik noch ausgewogener. Favorit und klarer Anspieltipp ist der Opener „People Like Me“. Hier verbinden Celluloide eine sofort wiedererkennbare Melodie mit geschickt ausgewählten Sounds und einer angenehm lockeren Dynamik. Der Song besitzt genau jene Mischung aus Eingängigkeit und elektronischer Kühle, die man sich von der gesamten EP gewünscht hätte. Ähnlich gelungen programmiert ist „Audio Therapy“, dessen synthetisches Grundgerüst durchaus überzeugen kann. Gerade im Refrain treten jedoch die beschriebenen Probleme mit Gesang und Abmischung besonders deutlich hervor.

So richtig mitreißen kann mich „Bodypop“ diesmal leider nicht. Die EP besitzt interessante Ansätze, eine nachvollziehbare stilistische Entwicklung und einige wirklich schöne elektronische Details – trotzdem fehlt ihr über weite Strecken das gewisse Etwas. Vielleicht liegt es an den Melodien, die nicht immer nachhaltig hängen bleiben. Vielleicht auch an einer Produktion, die den Gesang zu ungeschützt in den Vordergrund stellt. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem. Als Standortbestimmung funktioniert „Bodypop“ dennoch: Musikalisch steht Celluloide die neue, etwas dunklere Ausrichtung grundsätzlich gut. Die Richtung stimmt also – jetzt müsste das kommende Album nur noch die vorhandenen Ideen konsequenter ausarbeiten und produktionstechnisch etwas geschickter zusammenführen. Wir warten gespannt, wenn auch nach dieser EP noch nicht restlos überzeugt, auf den dritten Longplayer.

Celluloide - Bodypop E.P.
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