Trent Reznor hat keine Lust mehr und der geneigte Fan fragt sich, wohin er mit seiner Energie für knackig-elektronische Musik und rockende Konzerte hin soll! We Got This Far sind da bestimmt kein Ersatz, das liegt aber nicht daran, dass sie maßgeblich schlechter währen, sondern einfach daran, dass sie ihr eigenes Ding machen und nicht den Großen der Szene bedingungslos nacheifern. Auf jeden Fall ist ‚Blunt Force Volume’ ein gelungenes Debut, der noch jungen amerikanischen Band um Ollie Marsh und Jason Silva. Industrial-inspirierter straighter Rock mit Synth-Collagen unterlegt weiß den Hörer dazu zu bewegen etwas genauer zuzuhören. Mit ‚Like Dying’ oder ‚Mistep’ gibt es dabei Songs deren vordergründiges Interesse ist, mit verzerrten Vocals den Tanzbefehl auszusprechen, verschrobene Soundcollagen wie ‚So This Is Doom’, die über neun Minuten in epischer Breite den Industrialchillout proklamieren oder auch fast reinrassig elektronische, noise-getriebene Darbietungen wie das bereits im letzten Jahr auf Vinyl veröffentlichte ‚Bludgeon’ setzen dazu deutliche Kontraste. Nicht umsonst haben schon einige Bands wie bspw. Dismantled den Support von We Got This Far angenommen und diese Live als Vorband gefeatured. Langsamere Songs sind auch vorhanden, von Balladen kann man jedoch nicht sprechen, denn ‚We Got This Far’ schaffen es einfach nicht ruhig sitzen zu bleiben, sondern müssen auf jeden Fall zumindest stellenweise aufspringen um die angestaute Energie authentisch zum Hörer zu transportieren. ‚Bluntforcevolume’ hat das Potenzial eine breite Hörerschaft zu erreichen und über facettenreiche, gut produzierte Songs zu punkten. Die Mischung macht’s, diese abgedroschene Phrase bringt die Stärke des Albums auf den Punkt!