Die Zukunft beginnt diesmal weder mit einem neuen KI-Abo, noch mit einem Kühlschrank der selbstständig Milch bestellt und anschließend die Weltherrschaft übernimmt. Sie beginnt am 10. September 2026 – und klingt nach schwerem Gerät, zerlegten Rhythmen und Elektronik, die offenbar schon länger nicht mehr beim TÜV war. Dann veröffentlichen ‚Synapscape‘ nämlich ihr neues Album „The Future“ über das bekannte Label ‚Ant-Zen‘. Hinter dem deutschen Duo stehen weiterhin Philipp Münch und Tim Kniep, die seit mehr als einem Vierteljahrhundert daran arbeiten, Industrial, Rhythmic Noise und technoide Elektronik möglichst wirkungsvoll ineinander zu verkeilen. Auch auf „The Future“ treffen mechanische Resonanzen, glitchende Strukturen, düstere Flächen und Knieps markant bearbeitete Stimme auf Beats, die selten höflich anklopfen, bevor sie das Mobiliar umstellen.
Das Album umfasst elf Stücke. Mit „Melting“ und „Disappear“ sind bereits zwei davon auf Bandcamp zu hören. Die übrigen Titel heißen unter anderem „Moreish“, „Spring“, „Five Four“, „Dark Alliance“, „Valley“, „To The Stars“ und „Work“. Zusammengesetzt bilden die Namen sogar eine kleine Science-Fiction-Erzählung über einen bevorstehenden Weltraumflug, eine finstere Allianz und die Entscheidung zwischen Angst und Fortschritt. Andere Bands brauchen dafür ein 48-seitiges Booklet, ‚Synapscape‘ erledigen das praktisch bereits mit der Trackliste. Musikalisch soll „The Future“ erneut jene eigenwillige Zone zwischen früher EBM-Prägung, technoider Härte, psychedelischen Texturen und elektronischem Kontrollverlust vermessen, in der Chaos und Ordnung zwar gemeinsam wohnen, aber vermutlich getrennte Kühlschrankfächer besitzen. Eine zusätzliche Portion gepflegten Wahnsinns steuert Babsi Teichner bei: Auf „Dark Alliance“ ist sie mit einer singenden Säge zu hören. Natürlich. Eine gewöhnliche Gitarre wäre für diese Zukunft schließlich verdächtig bodenständig. „The Future“ erscheint digital sowie als sechsseitiges Digipak. Die CD trägt die Katalognummer ACT507 und kann ebenso wie das Digitalalbum bereits vorbestellt werden. Die Zukunft ist damit noch nicht vollständig absehbar – aber immerhin klingt sie erfreulich ungemütlich.
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