Slut haben bestimmt nicht schlecht geschaut, als im letzten Jahr das Theater ihrer Heimatstadt Ingolstadt an sie heran trat und sie nach einer Interpretation der Dreigroschenoper von Bertold Brecht und Kurt Weill fragte. Dazu sollte die Band die Aufführungen begleiten. Wer sagt da schon nein? 

Der Erfolg gipfelte in fast 40 ausverkauften Vorstellungen. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, spielte die Band im Hamburger Electric Avenue Studio in Zusammenarbeit mit Tobias Levin die Dreigroschenoper ein. leider stoppte die Weill Foundation in New York die Arbeit und untersagte Virgin die Veröffentlichung. Dennoch erscheint in diesen Tage die CD, die zwar von den ursprünglich 13 Liedern nur noch fünf enthält, aber sozusagen eine Best-Of-EP darstellt. Daher auch der Name "Songs aus Die Dreigroschenoper". 

Slut schaffen den Spagat, den Liedern einen modernen Anstrich zu geben, ohne sie zu verändern. Soll heißen, an den Liedern wurden nicht groß rumgeschraubt, sondern sie wurden lediglich Slut-typisch eingespielt. Die Gitarren passen in diesem Fall wirklich gut zu den Klassikern. Um alles noch etwas sphärischer zu gestalten, sind auch Streicher zu hören. Es macht schlichtweg Spaß, sich durch die fünf Songs zu hören. 

Wenn die knapp 20 Minuten um sind, bedauert man es um so mehr, dass nicht alle Songs veröffentlicht werden durften. Die Kurzfassung ist jedenfalls eine gelungene Interpretation und Veröffentlichung.