Es ist 2016, ich präsentiere ein Re-Release eines Werkes aus 2011 das so klingt, aussieht und wirkt, als ob es irgendwann zwischen 1993 und 1996 entstanden sei. Aber lohnt sich der Lauschangriff auf Skogens Zweitwerk Svitjod oder verpasste ich damals diese Stunde Bilderbuch-Black Metal zu Recht? Zunächst einmal die gute oder schlechte Nachricht (je nach Begehr): Eine Band, die übersetzt Wald heißt und deren Musiker sich optisch in einem eben solchen verschanzen, will sich erst gar nicht auf musikalische Ritte durch unerforschte Gebiete begeben – die drei Herren Svensson, Nilsson und Larsson bieten als einzige gewagte Überraschung, dass sie aus Schweden sind und nicht aus Norwegen. Ansonsten huldigen sie allen Traditionen, die mit der zweiten Welle des Black Metal zum Standart wurden…. wenn auch verdammt gut. Und so erschafft ihr Land der Schweden´ eine nostalgisch schöne Stimmung, erinnert mich recht stark anStormblåst´ von Dimmu Borgir mit vielen Verweisen auf z.B. Wyrd, Enslaved zur `Frost´ Zeit und eben einfach vielen schönen und bekannten Zutaten, die geschickt zusammengefügt wurden. Meist im Midtempo gehalten, die Vocals eher rau als keifend, der Cleangesang nicht aufdringlich und sehr angenehm, wohl arrangierte epische Riffs fehlen selbstverfreilich nicht und natürlich kommen auch Freunde ruhiger Passagen nicht zu kurz – neben den obligatorischen Akustikgitarrenparts bekommt man auch ein schönes Pianostück zu hören. Das Rad neu zu erfinden – das ist eigentlich fast schon unmöglich und führt meist zu Klangexperimenten knapp an der Grenze zum Erträglichen. Jedoch sämtliche Klischees und altbewährten Elemente eines eher eng gesteckten musikalischen Kosmos zusammenzutragen und dennoch ein nicht nur hörbares sondern auch genussvolles Werk zu schaffen, das hat schon Seltenheitswert. Deswegen bin ich Nordvis dankbar, dass sie sich daran gemacht haben, die Werke von Skogen neu aufzulegen – unbedingt reinhörgeeignet!