Achtung Insidertipp! Beim wilden Stöbern auf Bandcamp bin ich heute auf ein Album gestoßen, das sich wie ein düsteres Juwel in den Untiefen versteckte: 'Ich verzeihe niemals' von Puppengott, das am 22. November 2024 erscheint. Die Neugier war sofort geweckt, denn die Sounds von Jonas Kolb, der Mann hinter dem Projekt aus Schöningen, hat mich teilweise schon in den Bann gezogen. Wer Puppengott schon live erleben durfte – etwa beim Auftritt am 19. Oktober beim "L'amour du bruit"-Festival – weiß vielleicht, welche finsteren Klangwelten uns hier erwarten.
Seit 1993 entfesselt Kolb unter dem Namen Puppengott eine Soundkulisse, die Industrial, Dark Ambient und teilweise auch Black Metal in sich vereint. 'Ich verzeihe niemals' geht dabei noch einen Schritt weiter und zeigt dabei eine kompromisslose Seite von Kolbs musikalischem Schaffen, wie ich sie selten gehört habe. Düsterster Samples treffen auf gespenstische Dark Ambient-Elemente und werden von aggressiven Krach-Salven durchbrochen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen.
Dieses Album ist ein Manifest der Verweigerung und des Hasses – ein kraftvolles Stück Musik für all jene, die in den Abgründen des DSBM zu Hause sind. Kolbs Schreie klingen wie aus den tiefsten Untiefen der menschlichen Seele hervorgezogen, seine deutsch gehaltenen Texte treffen mit schmerzlicher Präzision und hinterlassen oft eine Gänsehaut, die bleibt. Statt konventioneller Melodien entfalten sich hier wuchtige Rhythmen und eine dichte Soundwand, die mit jeder Minute bedrückender wird. Für Fans, Kenner und Liebhaber düsterer Industrial- und Black Metal-Klänge ist 'Ich verzeihe niemals' vielleicht mehr als nur ein Album – es ist eine Erfahrung. Puppengott bleibt der Herrscher über die Dunkelheit und zeigt uns, dass hier eher mit kalten Beats als mit warmen Umarmungen zu rechnen ist. Vergebung möglich? Sorry, natürlich falsch gedacht!
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