Bei seinen Liveshows wird Wolfram Bange, besser bekannt als Phasenmensch, seit jeher von Henning Hinck und Daniel Himmelreich unterstützt, welche als ICD-10 aber auch selber Musik machen. Die Vermutung liegt nah: Diese drei Herren haben sich zusammengetan und das Ergebnis, das Album Divinity​/​Unity​/​Nothingness, über Hands herausgebracht.

Im Pressetext als Armchair-Techno bezeichnet, bewegt sich dieses Album tatsächlich zwischen relaxten Sounds und gemäßigten Beats, die zum gemütlichen Konsumieren auf bequemen Möbeln einladen. Das klingt nett, das klingt okay, aber auch nicht wirklich sehr beachtenswert, wenn nicht Wolfram Banges Experimentierfreude dem Ganzen ihren Stempel aufgedrückt hätte, denn die Phasenmensch´e Nachdenklichkeit, die die Grundstimmung eines jeden Albums bestimmt, bleibt bestehen, auch der sphärische Hintergrund scheint hier und da durch, während ICD-10 die Beats gleichberechtigt daneben stellen, wobei eine genaue Arbeitsteilung der drei Künstler wahrscheinlich gar nicht klar definiert werden kann. Es wäre zu einfach, Divinity​/​Unity​/​Nothingness als Hintergrundmusik zu bezeichnen, denn obwohl es zum Nebenbeihören einlädt, erfordern die gegebenen Song- und Soundstrukturen hier und da doch eine gewisse Aufmerksamkeit. Die vermeintlich leichte Kost wird keinesfalls gleichgültig serviert sondern auf reizende Art und Weise schmackhaft gemacht.

Divinity​/​Unity​/​Nothingness – das ist Phasenmensch, der auf Techno trifft, auf teilweise leicht 90ies angehauchte Beats, die hier und da eine monoton-hypnotische Wirkung ausüben und auch jenseits des Begriffes Armchair-Techno funktionieren. Hands erweitert seine Familie um ein weiteres, interessantes Mitglied, ein Projekt, welches gekonnt mit festen Genres umgeht und deren Grenzen spielerisch aushebelt und überschreitet. Divinity​/​Unity​/​Nothingness macht Spaß und bietet eine gelungene Mischung aus modernem Sound und Retro-Feeling.