Er prägte die französische Elektroszene und machte mit „Nightcall“ nächtliche Autofahrten zum Soundtrack eines ganzen Lebensgefühls. Nun ist der französische Musiker und Produzent Kavinsky im Alter von nur 50 Jahren gestorben. Kavinsky, mit bürgerlichem Namen Vincent Belorgey, wurde am Dienstagabend, dem 28. Juli 2026, leblos in seiner Pariser Wohnung aufgefunden – nur wenige Tage vor seinem 51. Geburtstag. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung zur Klärung der Todesumstände eingeleitet. Eine offizielle Todesursache ist bislang nicht bekannt; verdächtige Hinweise wurden am Fundort nicht festgestellt.
Mit seinem unverwechselbaren Mix aus French House, Synthwave, Achtzigerjahre-Ästhetik und großer Kinodramatik gehörte Kavinsky zu den markantesten Figuren der französischen Elektroszene. Lederjacke, Sonnenbrille, rote Sportwagen und nächtliche Straßen waren ebenso Teil seines Gesamtkunstwerks wie flirrende Synthesizer und pulsierende Basslinien. Den internationalen Durchbruch brachte ihm „Nightcall“. Der 2010 veröffentlichte Song wurde von Kavinsky und Daft Punk-Mitglied Guy-Manuel de Homem-Christo produziert. Den Gesang steuerte Lovefoxxx von der brasilianischen Band CSS bei. Durch Nicolas Winding Refns Film „Drive“ mit Ryan Gosling wurde das Stück dann auch zum modernen Klassiker – und eben auch zum musikalischen Sinnbild für Neonlicht, nächtliche Straßen und melancholische Einsamkeit.
Mit den Alben „OutRun“ von 2013 und „Reborn“ von 2022 führte Kavinsky diese retrofuturistische Klangwelt weiter. 2024 präsentierte er „Nightcall“ bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Paris gemeinsam mit Angèle und Phoenix. Nach Bekanntwerden seines Todes würdigte auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Musiker. Kavinsky hinterlässt einen unverwechselbaren Sound, dessen Einfluss weit über seine beiden Studioalben hinausreicht. „Nightcall“ wird bleiben – doch von nun an wird der Song noch ein wenig einsamer und trauriger klingen. Ruhe in Frieden, Kavinsky.
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