Vermisst ihr auch manchmal die Zeit - einfach in einen Laden spazieren, in einen Haufen neuer Singles eintauchen und einen neuen Titel in drei, vier neuen Varianten entdecken? Heutzutage ist alles anders, der Schnelllebigkeit und Weiterentwicklung unserer Zeit geschuldet. Morgen ist es soweit, da gibt es mit dem Veröffentlichen der Single „Just Because I Love You“ einen ersten Vorgeschmack auf die am 27.11. erscheinende Balladensammlung von Mono Inc. Neu ist der Titel keineswegs – bereits 2007 ist die „Urversion“ auf dem Album „Temple Of The Torn“ erschienen und nun hüllt sich der Titel in ein gefühlvolleres Gewand. Wie stark kann die Liebe sein, wie stark der Schmerz, den sie manchmal mit sich bringt? Und was tun, wenn alles Sehnen und Erleben fast erstickt? Kann man stattdessen nicht die Liebe ersticken? Eine vorgeschriebene „Pause“ lässt so manches Gefühl hochkochen und so tauchen wir heute noch einmal ein in „Just Because I Love You“.

 

Gebändigt, stetig, mäßig – so klingt es, das Schlagzeug von Katha Mia und gibt irgendwie das Gefühl von innerer Hoffnungslosigkeit und „Taubheit“ wieder, während die Gitarre zart die schicksalhafte Melodie anspielt, die dich tiefer hinein in die Tragik führen wird. Reif klingt Martins Stimme, gestanden und sie bewegt sich mit einer innerlichen Schwere über dem Schicksalhaften des Sounds. „…you cried your dream in a big white pillow…“ Wer kennt ihn, den Moment, in dem man still seinen Kummer in ein Kissen weint, unerkannt und maskiert? Und wie tief kann dieser Kummer sein, wenn er aus der Liebe genährt wird? Hilflosigkeit macht sich breit beim Hören von Martins Stimme, seines Atems, der von einem tiefen Gefühl angetrieben wird.

Melodisch streichend – du sinkst tiefer hinab, während die Gitarre immer wieder auf den stetigen Drums vom Unvermeidlichen spricht, als wolle sie sagen: „Spiel mir das Lied vom Tod!“ Sie ist deine innere, eigene Ironie. „You´re all I want, you`re all I need…“

Sind es auch Streicher, die Martins Aussagen nachklingen und das Erschütternde verstärken? Nicht nur von überwältigendem Gefühl zeugt der Gesang, viel mehr noch von Verzweiflung. Wie weit ist man zu gehen bereit, wenn das Gefühl übermächtig wird?

Melodisch vereinen sich die Vocals und schließlich wird die ganze Tragik inmitten von endloser Liebe, Sehnsucht und Schuld klar, während Martin stetig und in Inbrunst wiederholt: „…just because I love you…“

Symphonisch untermalt, wandelt sich die Leidenschaft mitunter in die Wut gegen sich selbst und die Liebe, gegen das, was sie herbeigeführt hat.

Akustisch zieht es dich weiter. Du lässt dich von dem Piano tragen. Und kurz hat man das Gefühl, als würde das Tobende im Innern pausieren, doch nur, um dann maskulin vereint und gebündelt inbrünstig, noch einmal auszubrechen. „…allay my love, allay me greed…“ Die Liebe und das Begehren sind manchmal grenzenlos. Martin übernimmt wieder gänzlich die Führung des Songs und lässt weiter im Meer der verzweifelten Liebe schwimmen. Und noch einmal spielt die Gitarre ihren schicksalhaften „Blues“, während das Schlagzeug dich weiter hinaus auf dieses Meer trägt. Was hast du getan? Es gibt kein Zurück mehr. Und so bleibt es im Kopf: „…but in my arms she died…and her heart stopped beating here…right here next to mine…“

 

Kein Zurück mehr – für uns schon. Tauchen wir noch einmal ein in den alten, wiederbelebten Song? Treiben wir noch einmal in den Wellen? Sind wir also gespannt auf das morgen erscheinende Video.

 

NoCut

 

30.10.2020

 

https://www.mono-inc.com

 

01. Just Because I Love You