Mit 'What If' stellt 'Maiija' eine Frage, die viele von uns kennen: Was wäre, wenn Dinge anders laufen würden? Hinter dem Projekt steht die österreichische Musikerin und Komponistin 'Marilies Jagsch', deren Stimme seit vielen Jahren Teil der Wiener Musikszene ist. Nach dem Debüt 'I Am' setzt sie mit diesem Album ihren eingeschlagenen Weg konsequent fort. 'What If' fühlt sich dabei nicht wie ein klassischer nächster Karriereschritt an, sondern wie ein bewusst persönliches Statement. Dieses Album will Nähe herstellen – und erwartet, dass man sich darauf einlässt.
Musikalisch bewegt sich 'What If' zwischen elektronischen Sounds und handgemachten Instrumenten. Alles wirkt reduziert, klar und bewusst zurückgenommen. Die Musik drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern entfaltet sich langsam. Das kann fordernd sein, denn das Album mit seinen insgesamt 10 Tracks verzichtet weitgehend auf schnelle Höhepunkte oder offensichtliche Pop-Momente. Stattdessen entwickelt es seine Wirkung Schritt für Schritt. Das Schlagzeug wechselt zwischen treibenden Passagen und ruhigen Momenten, in denen viel Raum bleibt. Gitarre und Stimme stehen oft im Mittelpunkt und sorgen für eine direkte, fast intime Atmosphäre. Vor allem die Stimme von 'Marilies Jagsch' trägt das Album. Sie klingt mal fragil, mal bestimmt, immer nah. Man hat oft das Gefühl, dass hier nicht gesungen wird, um zu beeindrucken, sondern um etwas ehrlich auszudrücken.
Inhaltlich geht es meiner Meinung nach primär um Unsicherheit, Verletzlichkeit und persönliche Grenzerfahrungen, aber auch um Hoffnung und das Weitergehen trotz Stillstand. Vieles bleibt vielleicht auch sogar bewusst offen und wird nicht weiter erklärt. Das kann berühren, verlangt aber auch Aufmerksamkeit. 'What If' ist ein Album das möchte, dass man zuhört, nachdenkt und eigene Gefühle darin wiederfindet. Die Produktion unterstützt diesen Ansatz sehr gut. Alles klingt sauber durchdacht, aber nie glatt oder überproduziert. Kleine Spannungen und Brüche dürfen bleiben und geben dem Album Tiefe. 'What If' erzählt keine großen Geschichten, sondern viele kleine innere Momente – leise, manchmal schwer, aber immer ehrlich. Fein!
'What If' richtet sich damit an Menschen, die Musik als emotionalen Raum verstehen und sich Zeit dafür nehmen möchten. Wer ruhige, nachdenkliche Alben mag und kein Problem mit Melancholie hat, wird hier sehr viel entdecken. 'Maiija' verlangt Geduld und Aufmerksamkeit – belohnt diese aber mit einem Album, das lange nachwirkt und mich gerade durch seine Zurückhaltung überzeugt.
Maiija - What If
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