In Schweden diskutiert man wieder über Bunkerbau, Nato-Beitritt und russische U-Boote vor der Küste – und während die politische Hegemonie in Europa wackelt, meldet sich auch ein musikalisches Bollwerk aus Borås zu Wort: Kommission Z80 legen mit Hegemony ein Album vor, das so kompromisslos marschiert wie ein ganzer Panzerverband auf Synthbasis.
Das schwedische Duo um Fredrich Legnemark und Erik Holmberg kanalisiert in zwölf Tracks eine Mischung aus Wut, Wachsamkeit und Wummern, die sich gewaschen hat. Oldschool EBM ist hier keine nostalgische Staffage, sondern ein Werkzeug zur klanglichen Gegenwehr. Die Beats: hart. Die Vocals: herrlich unversöhnlich. Die Melodien: catchy as hell. Und trotzdem bleibt das Ganze weit weg von reiner Wiederverwertung – Kommission Z80 bringen frisches Feuer in die Körpermusik, ohne ihre Ahnen zu verraten. Schon der Opener Empire macht unmissverständlich klar, dass es hier nicht um Eskapismus geht. Never Cross A Picket Line, Deny, Defend, Dispose! oder Little Man – hier werden Haltung und Sound mit dem Vorschlaghammer vereint. Dabei verlieren die Tracks nie den Bezug zur Tanzfläche, auch wenn der Tanz hier eher nach Aufstand als nach Flucht aussieht.
Hegemony ist druckvoll und vielseitig. Jedes Stück hat seinen eigenen Charakter, keine Kompromisse, keine Füller. Stattdessen: Marschrhythmus, Aggression und ein klanglicher Stacheldraht, der sich wohlig durch die Gehörgänge zieht. Wer die Wucht von You Get What You Deserve oder Monster Within einmal gespürt hat, wird wissen: Diese Band ist keine Übung, sie ist Einsatz. Für alle, die EBM nicht nur hören, sondern fühlen wollen – und für jene, die in unsicheren Zeiten klare musikalische Statements suchen!
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