Seit dem 1. November 2024 ist es nun also draußen: „Verboten!“, das neue Kapitel mit 11 Tracks aus dem Hause Nachtmahr. Thomas Rainer, berüchtigt dafür, die Szene zu polarisieren wie kaum ein anderer, legt hier mal wieder ordentlich nach. Dieses Album ist definitiv nichts für zarte Gemüter – und das will es auch gar nicht sein.
Musikalisch bleibt das Projekt dabei seiner Aggrotech-Ausrichtung treu: harter Beat, verzerrter Gesang und ein Sound, der sich rotzig und gnadenlos ins Ohr fräst. Rainer selbst bezeichnet den Stil als „Imperial Austrian Industrial“. Ein Ausdruck, bei dem man schon mal schmunzeln kann – schließlich klingt das, als hätte er sich seine eigene musikalische Monarchie erschaffen. Doch diese selbstbewusste Bezeichnung passt zum Gesamtauftritt von Nachtmahr, das wie eine düstere Kampfansage daherkommt, mit allem, was dazugehört.
Die Produktion wirkt dabei teilweise roh – vielleicht ein bewusster Schritt, um keine Hochglanzillusion zu erzeugen, sondern die raue Energie des Albums direkt auf die Hörerschaft loszulassen. Nachtmahr bleibt damit ein zweischneidiges Schwert: Die treuen Fans bekommen genau das, was sie sich erhoffen, und die Kritiker werden mit genau dem konfrontiert, was sie an dem Projekt immer irritiert hat.
Für die Anhänger gibt es das Release in einer streng limitierten Sammleredition. Das hochwertige Digipak-Edition im A5-Format kommt mit einem aufwendig gestalteten 24-seitigen Booklet im Sonderformat, das jedem Stück seine düstere Bühne gibt. Handnummeriert und weltweit auf nur 1.000 Exemplare limitiert, dürfte diese Edition schnell vergriffen sein – ein echtes Juwel für die Nachtmahr-Gemeinde.
Fazit: Mit „Verboten!“ provoziert Rainer bewusst weiter. Er fordert dich heraus, ob du bereit bist, dich dem Orkan aus hämmernden Beats und verzerrten Schreien zu stellen – und ob du laut „Ja!“ oder „Nein!“ dazu sagst, ist ihm herzlich egal. Man liebt es oder man hasst es, aber „Verboten!“ lässt dich mit Sicherheit nicht unberührt.
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