Die Jungs von HIM sind in letzter Zeit ja in aller Munde – und das nicht nur, weil sich ihre aktuelle Singleauskopplung auf Platz 1 der Charts platziert hat. Vom Musikstil her hat sich bei HIM nicht allzu viel geändert: Flotter Gothic Rock wechselt sich mit ruhigeren Balladen ab, so wie man es von ihrem ersten Album gewohnt ist, und ich kann beim besten Willen keinen wirklich schlechten Song entdecken.
Wer wegen ihres Charterfolges glaubt, HIM wären poppiger oder „massentauglicher“ geworden, der täuscht sich. Im Gegenteil: Es finden sich auf „Razorblade Romance“ nur wenige Songs, die sich sofort beim ersten Hören tief in den Gehörgang graben, wie es noch auf „Greatest Lovesongs Vol. 666“ der Fall war. Daher war ich zunächst auch etwas enttäuscht, da ich das Gefühl bekam, HIM verschießen all ihr Pulver bereits in den ersten fünf Songs. An schnellen, tanzbaren Songs fallen sofort „I Love You“ und „Right Here in My Arms“ auf, an ruhigen Songs „Join Me in Death“ und „Gone with the Sin“. Der Rest des Albums braucht etwas länger, um wirklich zu gefallen – an erster Stelle wäre da aus meiner Sicht das wunderschöne „Bury Me Deep Inside Your Heart“ zu nennen.
Insgesamt kann man sagen, dass HIM hier ein wirklich gelungenes Album abgeliefert haben. In einigen Punkten (wie der Eingängigkeit der Songs) unterscheidet es sich zwar von ihrem Debütalbum, doch nach mehrmaligem Hören kann ich nicht behaupten, dass es grundlegend schlechter ist. Fans dieser Stilrichtung sollten auf jeden Fall einmal reinhören.
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