Gegründet 2010 im niedersächsischen Oldenburg und inzwischen in Leipzig beheimatet, haben sich 'Unterschicht' über die Jahre zu einer festen Größe im Dark Electro entwickelt – nicht laut im Mainstream, aber umso eindringlicher im Untergrund. Mit „Golem Akt 2 – Krieg und Zerrissenheit“ (kommt am 27.03.2026) führt das Projekt seinen eingeschlagenen Weg konsequent weiter und zeigt einmal mehr, dass düstere Elektronik auch Haltung haben kann. Mit der Fortsetzung ihres Golem-Konzepts dreht das Projekt um Sven Hegewald die Intensitätsschraube noch ein gutes Stück weiter. Was im ersten Akt bereits bedrohlich brodelte, entlädt sich hier als wuchtiges Klanggewitter aus brachialen Beats, schneidenden Vocals und einer beklemmenden Atmosphäre, die sich wie ein dichter Nebel über jeden Track legt. Dabei wirkt nichts zufällig – vielmehr greift jedes Element präzise ineinander, als würde ein maschinelles Herz im Takt der gesellschaftlichen Eskalation schlagen.
Unterstützt wird Hegewald von Sandra Güttel, deren vielseitiger Einsatz an Keys, Drums und Mikrofon dem Sound eine zusätzliche emotionale Tiefe verleiht. Ihre Stimme wirkt dabei wie ein Gegenpol zur martialischen Härte – mal zerbrechlich, mal eindringlich, aber immer mitten ins Mark treffend. Live sorgt Denise Mehlig dafür, dass diese Klangwelt nicht nur hör-, sondern regelrecht spürbar wird. Inhaltlich bewegt sich „Golem Akt 2 – Krieg und Zerrissenheit“ irgendwo zwischen dystopischer Vision und bitterer Gegenwartsanalyse. Themen wie Entfremdung, Kontrollverlust und der ewige Konflikt zwischen Mensch und Maschine werden nicht nur angerissen, sondern regelrecht seziert. Tracks wie „Krieg des Golems“, „Puppet“ oder „Mein Fleisch ist Stein“ wirken dabei wie Kapitel eines düsteren Hörspiels, das keinen leichten Ausweg anbietet – und genau das ist seine Stärke. 'Unterschicht' bleiben sich damit treu und liefern ein Werk, das nicht gefallen will, sondern wirken muss. Wer hier auf eingängige Hooks hofft, wird schnell eines Besseren belehrt – stattdessen gibt es ein kompromissloses Statement, das lange nachhallt. Ein Album wie ein Faustschlag – nur deutlich nachhaltiger.
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