1999 gelang Endanger mit „Motion“ ein gefeiertes Debüt. Die deutsche Electro-Pop-Formation um Sänger Rouven Walterowicz und Soundtüftler Marc Pollmann hat nun, 4 Jahre später, bei Infacted Recordings sein Debüt re-released. Das Ergebnis ist „Motion:Reloaded“ mit insgesamt 70 Minuten Musik, als Bonus gibt es diesmal nämlich noch sechs zusätzliche Remixes. Endanger bewegen sich zwischen Synthie-Pop und Electro. Innerhalb dieser Grenzen beweist das Duo wahre Vielfältigkeit. So brillieren Endanger sowohl mit clubtauglichen Songs als auch mit emotionalen und leichten Pop-Sounds. Sicherlich ist jedem noch „Silence“ ein Begriff. Selbst heutzutage gehört der Song in einigen Clubs noch zum wöchentlichen Soundprogramm. Neben instrumentalen Stücken trauen sich Endanger auch an einen deutsch intonierten Song. Schon auf „Motion“ war „Die Quelle meiner Kraft“ eine gern gespielte Nummer. Sie ist ein klarer Beweis für die Ausdruckkraft von Rouvens Stimme. Trotzdem sie stets elektronisch bearbeitet klingt, verliert sie keineswegs an Wirkung. Die neu abgemischten Remixe sollen dem Album zusätzliche Frische verleihen. Über den Geschmack lässt sich dabei streiten, so bevorzuge ich doch eher das Original von „Silence“ als den RMX von NamNamBulu. Aber zur Auflockerung der CD tragen die Remixe in jedem Fall bei. Ansonsten wären 70 Minuten Endanger für mich wohl etwas zu trist. Es lässt sich nicht bestreiten, dass die CD wirklich einige nette Ohrwürmer enthält, aber manchmal verliert man schon den Überblick, ob man einen Song immer noch hört oder ob schon der nächste Track angefangen hat. Da ich das Debüt leider nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, ob die Überarbeitung der CD wirklich große Veränderungen mit sich gebracht hat. Letztendlich ist „Motion:Reloaded“ ein Album, das durchaus einige Highlights für den Hörer bereit hält, aber ob sich ein dem Debüt ähnlicher Erfolg wiederholen lässt, wird sich zeigen.