Die Meister sind endlich zurück. Wer sich für anspruchsvollen Metal interessiert, hat dem Tag der Veröffentlichung von „Black Clouds And Silver Linings“ sicher sehnsüchtigst entgegengefiebert. Denn eins ist wirklich sicher: Dream Theater können gar keine schlechten Alben aufnehmen. Zwar gab es bei der letzten Scheibe „Systematic Chaos“ auch einige Nörgler, welche jedoch eingestehen mussten, dass jegliche Kritik an den Prog-Göttern abblocken wird. Ein Tropfen Wasser verdampft ja auch in der Wasser. Mit ihrem zehnten Album haben sie erneut voll ins Schwarze getroffen. Düster beginnt „A Nightmare To Remember“ und man wischt sich verwundert die Ohren, als Blast Beats aus den Boxen plautzen. Was für ein Opener? 16 Minuten blanker Wahnsinn, 16 Minuten zwischen Himmel und Hölle, zwischen Atmosphäre, Melodie und leichtem Geknüpppel. Endgültig zu einem Klassiker treiben den Song völlig durchgeknallte Keyboards, die wohl aus einem anderen Sternensystem stammen. Jeder der insgesamt sechs Songs auf „Black Clouds And Silver Linings“ ist ein Geschenk an das Publikum. Den melodischen Überhammer gibt es sofort hinterher: „A Rite Of Passage“ ist wirklich ein Ritt zwischen den Extremen. Knallharter und wütender Metal trifft im Refrain auf einen hypnotischen Chorus, der sofort süchtig macht. Bevor im zweiten Teil des Albums die Rockkeule herausgeholt wird, servieren uns die Amerikaner mit „Wither“ eine wunderbare Ballade, die jedoch gegen den Rest des Album kaum mithalten kann. Unbegreiflich eigentlich, wenn man sich die Qualität des Songs vor Ohren führt. Aber der Rest ist einfach zu gut. Mit ??The Shattered Fortress“ zeigen Dream Theater ihre wunderbar harte Seite, bevor mit „The Best Of Times“ ein Wohlfühlsong erster Kanone aus den Boxen kracht. Alles in Überlänge, alles voller irrer Gitarren- und Keyboardsoli. James LaBrie singt wie ein junger Gott und hinterlässt des Öfteren einen wohligen Schauer auf der Haut des Hörers. Den absoluten Höhepunkt gibt es mit „The Count Of Tuscany“ zum Schluss. Knapp 20 Minuten gleitet der Hörer durch die ausgefallenen musikalischen Welten dieser Ausnahmeband. In Worte ist dieses Album eh kaum zu fassen. Das ist eines der absoluten Highlights des Jahres und eines der Alben welches man auf eine einsame Insel mitnehmen sollte. Wer von der Schönheit der Kunst, von der Schönheit der Musik noch nicht überzeugt werden konnte, wird in Dream Theaters „Black Clouds And Silver Linings“ seinen Messias finden.