Nach den beiden Singles "Price Of Love" und "Rock And Roll Machine" ist es nun endlich soweit: Client bringen ihr erstes Album heraus. Von einigen bestimmt schon mit Spannung erwartet, soll das selbstbetitelte Album allumfassende musikalische Maßstäbe setzen. Die beiden Damen Client:A und Client:B brechen mit ihrem Album nun auch ihr selbst auferlegten Tabu. Im Booklet sieht man von dem Duo nun endlich auch mal die Gesichter. Wem die zwei Singles gefallen haben, für den dürfte allein das schon Anreiz genug sein :-) Als erstes Signing auf Andrew Fletchers Toast-Hawaii-Label haben sich Client, die früher übrigens Technique hießen, und der Depeche-Mode-Mann die Kosten für die Produktion geteilt. Hier ist also noch echter Enthusiasmus mit im Spiel. Client haben sich auf melodischen, elektronischen und analogen Pop spezialisiert. Das komplette Album wurde nicht etwa in einem hochmodernen Studio, sondern daheim mit Hilfe eines Laptops aufgenommen. Gerade das macht wohl auch den Reiz von "Client" aus. Man kann sicher sein, dass weder die Musik noch die Stimmen im Nachhinein so überarbeitet wurden, dass sie mit den ursprünglich eingespielten Parts nichts mehr zu tun haben. Das Ergebnis klingt ein wenig nach einem Gemisch aus Kraftwerk und 80er-Pop und dürfte derart momentan einzigartig sein. Songs wie "Here And Now" bestechen einerseits durch eine schöne Melodie und andererseits durch ihr etwas "angestaubtes" Prestige. Manchmal klingt es so, als ob im Hintergrund Midi-Dateien vor sich hin dudeln, bisweilen wird man auch an Atari- und C64-Zeiten erinnert. Was Client mit ihrem Debut geschafft haben, lässt so manch andere Combo ziemlich blass aussehen. Durch ihren außergewöhnlichen Stil, ihr uniformiertes Auftreten und natürlich ebenso durch die Hilfe Andrew Fletchers wird die Musik des Duos sicherlich bald weite Kreise ziehen. Mit typisch englischem Charme wissen Client, ihre musikalischen Reize auszuspielen. Ob sie in Zukunft etwas mehr über sich offenbaren werden, bleibt abzuwarten. Taktische Schachzüge scheinen ihnen Spaß zu machen. Aber wen interessiert schon, wer die Musik macht, wenn selbige so außergewöhnlich und einnehmend wie auf diesem Album ist? Musical Instrument Digital Interface