Seit 2004 bereichert Tony Young, besser bekannt als Autoclav1.1, die Musiklandschaft mit seiner einzigartigen Mischung aus IDM, moderner Electronica und Industrial. Gerade mal zwei Jahre sind seit „all standing room in the goodnight saloon“ vergangen, da erscheint mit „embark on departure“ ein weiteres Album und auch dieses neueste Werk ist eine Melange aus fast sämtlichen dieser musikalischen Stile, ohne das, sicherlich breit gefächerte, Genre zu verlassen. Vorrangig ist, wie immer, das herrliche Piano begleitet von mal mehr und mal weniger aufgewühlten Beats. Doch Tony belässt es nicht dabei und beschert dem Hörer neben phantastischen Melodien, emotionalen Sounds und ausgeklügelten Songstrukturen auch mal Breakbeats die nicht bis zur Unkenntlichkeit verzerrt sind, wie zum Beispiel bei „recent conversation“ und mit „scars“ einen fast schon straighten Clubtrack, bei dem niemand geringeres als Claus Larsen die Vocals beisteuert. Teilweise wird sogar auch mit dezenten Gitarrensounds gearbeitet – für Abwechslung ist also gesorgt, dazu tragen neben Tonys kreativer Vielseitigkeit auch die Gäste ein, die für „Embark on departure“ eingeladen wurden um bei einigen Songs mitzuarbeiten: Mike Morten von Displacer, Jacob Rouse, der bei Alter der Ruine sein Unwesen treibt, Kate Turgoose und eben schon erwähnter Claus Larsen. Was mich besonders begeistert ist die Wandlungsfähigkeit der Stimmungen, die die Musik auslösen kann – man kann „Embark on departure“ sowohl am helllichten Tag im Sonnenschein und guter Laune genießen oder auch im Halbdunkeln bei schlechtem Wetter.. man hat immer den geeigneten Soundtrack dabei, wobei „Sountrack“ ein gutes Stichwort ist, denn auch zu dem ein oder anderen Film würde die Musik von Autoclav1.1 sehr gut passen - da kommen mir das herrlich stimmungsvolle „tick.tock“ oder das sehr emotionale „no running away from this“ in den Sinn. Tony Young schafft es immer wieder ein so unübersichtliches Genre wie das der Electronica und IDM zu bereichern und aus den mittlerweile nahezu fast unzähligen Veröffentlichungen herauszustechen ohne langweilig zu werden oder sich gar bis zur Unerträglichkeit zu wiederholen. „Embark on departure“ bietet neben wundervoller Musik auch genügend Abwechslung und Emotionen um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und hat dazu auch noch genügend Ecken und Kanten, die ein gutes Album in dem Genre einfach haben sollte. Mit meiner Bewertung halte ich es wie damals in der Schule: Ich vergebe nicht die Höchstwertung, weil ich denke und hoffe, dass Tony noch Luft nach oben hat und uns in absehbarer Zeit ein weiteres wundervolles Album präsentieren wird.