Dass Andreas Davids irgendwann in Richtung All abdriftet, war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Wer ihn kennt, weiß: Der Mann ist bekennender Star-Trek-Fan, hat mehr Science-Fiction konsumiert als ein ganzer Jahrgang Astronauten, und sieht vermutlich selbst in einem Toaster noch ein Raumschiff. Dass nun eine EP wie 'Weltraum' erscheint, ist also irgendwie schon mal gar keine Überraschung – eher eine galaktische Konsequenz.
Mit seinem bekannten Projekt 'Xotox' ließ Davids ab Ende der 90er die Clubs beben – laut, brutal und kompromisslos. Auf dem bulgarischen Label Mahorka zeigt sich der Künstler jedoch seit einigen Jahren von seiner atmosphärischeren Seite. Nach seinen Soloalben '7 Jahre vor der Gegenwart' und 'Isolation', sowie dem sphärischen Duo 'Natura Est' mit Tony Young (Autoclav1.1), erscheint nun 2024 'Weltraum' – eine vierteilige Ambient- und IDM-Expedition durch kosmische Klangfelder. Mit den Tracks Echos aus der Ferne, Kometenregen, Orbit und Schwerkraft gleitet die EP durch Raum und Zeit – mal melancholisch treibend, mal schwerelos schwebend. Zwischen Berliner Schule, Electronica und ambienten Nebeln entsteht ein Soundtrack für alle, die sich nachts fragen, ob da draußen jemand ist – oder ob sie sich vielleicht selbst ein bisschen verloren fühlen, irgendwo zwischen Erde und Fantasie.
Produziert und gemastert im eigenen Separate Room, ist Weltraum weniger eine musikalische Reise als ein interstellarer Gedankenspaziergang. Es knarzt, rauscht und flimmert – so als hätten Vangelis, Jean-Michel Jarre und ein Sternenflotten-Captain gemeinsam einen Synthesizer entführt. Wer also bei „Schwerkraft“ eher an Gravity mit George Clooney denkt als an Physikunterricht, und schon immer wissen wollte, wie es klingt, wenn ein Klangtüftler mit Warp-Antrieb in sich kehrt – Weltraum liefert Antworten. In Frequenzen. Und mit Warp 9.
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