Review

| Mandelbrot

| Evolution

Bild Mandelbrot Evolution

Artist:

Mandelbrot

Titel:

Evolution

Format:

CD-Album

VÖ:

03.04.2009

Label:

Audiophob

Autor:

Veit Email Autorinformationen

Genre:

Electronic / Industrial / Noise

Forumsbeiträge:

0

Unsere Wertung:

Bewertung: 4.5

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Externer Link:

http://www.myspace.com/mandelbrot2

Externer Link:

http://www.audiophob.de/

Tracklist:

01. Null
02. Sechs
03. Zwei
04. Eins
05. Vier
06. Fünf
07. Drei
08. Sieben
09. Acht
Mandelbrot ist eines der vielen Musikprojekte aus dem Bielefelder Umfeld (Synapscape, Monokrom, The Rorschach Garden, Templegarden's, Morgenstern u.a.). Babsi Teichner und Philipp Münch veröffentlichen als Duo nun schon ihr drittes Album unter diesem Namen. "Evolution" heißt es und trägt nicht umsonst diesen Titel. Mandelbrot haben die auf diesem Album enthaltenen Tracks für eine Charles Darwin-Ausstellung des Museums am Schölerberg in Osnabrück im Jahr 2009 geschrieben und aufgenommen. Album und Ausstellung zelebrieren den 200sten Geburtstag des Evolutionsrevolutionärs und auch die Entstehung seines bahnbrechenden Buches "Die Entstehung der Arten" vor 150 Jahren.

"Evolution" orientiert sich von seiner Struktur her ein wenig an der echten Evolution. Es gibt Teile, die mit Drones und Ruhe, ja sogar mit Melodien ihre geordneten Bahnen ziehen. Experimentellere Songs gerieren sich als das notwendige Chaos, dessen kleiner Bruder, der Zufall, immer wieder für Sprünge und neue Arten in der Evolution sorgt. Die Vogelstimmen im zweiten Track "Sechs" vermitteln ein Gefühl für den urzeitlichen Urwald, das wässrige Blubbern im Hintergrund verwirrt dagegen etwas. Hin und wieder gibt es auch rhythmische Parts, was aufgrund der sonst ambient-orientierten Herangehensweise immer wieder überrascht. "Zwei" klingt anfangs sogar sehr technisch, fast wie eine bedrohliche Maschine. Schade, dass man nicht ein paar Bilder aus der Ausstellung hat, um noch besser erfassen zu können, was Mandelbrot mit ihrer Musik ausdrücken wollen.

Das wäre auch schon der größte Kritikpunkt an "Evolution": Der fehlende Bezug zur Ausstellung. Die metallischen Schläge in "Sieben" lassen sich genauso wenig deuten, wie die zufällig erscheinende Wahl der Ziffern-Titel zwischen "Null" und "Acht" für die Tracks. Derart mystisch mit Geheimnissen umgeben, erreicht "Evolution" im letzten Song seinen Höhepunkt, wenn sich Melodie, Atmosphäre und Rhythmus vereinen. Was auch immer das Album darstellt, den Entdeckungsprozess, die Experimente in Laboren oder empirische Untersuchungen in der Natur, es macht Laune, den seltsamen Pfaden von Mandelbrot und den ihres neuen Albums folgen, wenn sie auch oft verschlungen und verworren sind.

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