Bild Contagious Orgasm Escape


Label: Ant-Zen 

Genre: Electronic / Industrial / Noise

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Redaktionsw.: Bewertung: 4
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Tracklist:

01. In A Flow
02. Interception
03. Trisect
04. From The Rear
05. Afterglow
06. Normalization
07. Capillary
08. Trip
09. Under The Wire Head 2
Umtriebig wie er ist, veröffentlicht Hiroshi Hashimoto mal eben wieder ein neues Album. Irgendwie scheint dieser Mann ständig Musik zu machen und es dabei noch zu schaffen, seinen Output in Alben zu gießen. Wofür andere massig viel Zeit investieren, scheint er mal eben nebenbei zu erledigen. Sein neues Album "Escape" zieren japanische Schriftzeichen und eine Frau mit Tentakeln statt Beinen. Ist es also die Flucht vor dem Surrealen, die Flucht vor dem Horror oder schlicht eine phantastische Geschichte, die er uns diesmal berichten will?

Im Gegensatz zu vielen seiner bisherigen Arbeiten ist "Escape" ein weitestgehend ruhiges Album geworden, dass viel mit im Ambient verwurzelter Dramaturgie arbeitet. Streicher, Störgeräusche, Stimmen, Synthies und viel Bass bestimmen das Erscheinungsbild, wobei der Bass oft latent nur durch Drones wahrgenommen wird, ohne in einem konkreten Beat zu enden. Das auf frühreren Alben oft experimentelle Wesen seiner Songs wird auf "Escape" zugunsten der Hörbarkeit zurückgefahren, obwohl es immer noch deutlich hörbar ist. "Interception" ist beispielsweise eine Überlagerung verschiedenster, oft maschineller Geräusche, rückwärts abgespielter Sprachsamples und heller Klingeltöne. In "Afterglow" geht es mit verschiedensten Schlaginstrumenten gar Richtung Weltmusik. Die Songs scheinen zu fließen, vielleicht auch, weil Ihr Schöpfer sie hat fließen lassen, ohne ihnen zu viel aufzubürden.

Bei "Trip" kommt gar eine richtige Melodie zum Einsatz und klingt ein wenig nach dem Synthie-Sound der frühen 80er. Irgendwie beruhigend, dass sich Hiroshi Hashimoto am Ende doch noch ein wenig austobt, denn in "Under The Wire Head 2" kommt der Krach zum Einsatz, der sich in den zuvor gehörten Songs zurück nehmen musste. Vielleicht ist "Escape" durch die ambienten Züge eines weniger auffälligen Contagious-Orgasm-Alben geworden. Die Kombination aus Atmosphäre und experimenteller Manie klingt äußerst zurückhaltend und es braucht schon ein wenig Beharrlichkeit, um sich den Songs ganz öffnen zu können. Dafür wird man aber, wie immer bei Contagious Orgasm mit etwas Besonderem belohnt.


( Autor: Veit Email Autorinformationen )



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