CD-Kritik

Marble Sheep - Raise The Dead

Artist:

Marble Sheep

Titel:

Raise The Dead

Format:

CD-Album

VÖ:

01.09.2006

Label:

Fünfundvierzig

Autor:

Veit Email Autorinformationen

Genre:

Rock / Metal / Punk

 

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Bewertung: 3

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Externer Link:

http://www.marblesheep2006.de.vu/

Externer Link:

http://www.fuenfundvierzig.com/

Tracklist:

01. Intro-Count 5
02. Who Shoud Be Trust?
03. The Drop
04. Last Race
05. Cement Woman
06. Horizon
07. Rain
08. Fla Fla Heaven
Wer hierzulande noch nichts mit der Band Marble Sheep anfangen kann, ist ersten gewiss nicht der einzige und zweitens findet sich bestimmt der ein oder andere freundliche Plattenverkäufer, der einem mit etwas Tatkraft aus dieser Patsche helfen kann. Ganz anders im Heimatland dieser Formation: Japan. Dort füllen die Psychedelic Rocker großstättengleiche Hallen, fallen Groupies gleich dutzendweise in Ohnmacht und ihre kosmische, metaphysische Energie lässt ein Toastbrot braun werden. Die 1987 von White-Heaven-Gitarrist Ken Matsutani gegeründete Band kam dieses Jahr das erste mal auf Deutschland-Tour und beschert und mit "Raise The Dead" gleich einen Zusammenschnitt ihrer Auftritte.

Vielleicht nur um den ursprünglichen Charakter der Gigs nicht zu verfälschen, vielleicht aber auch aus Nostalgie- oder, ganz profan, aus Zeitgründen, Marble Sheep haben ihre Auftritte eins zu eins auf CD gepresst. Da wurde kein spielerischer Patzer ausgebügelt und kein schief gesungener Ton gerade gezogen. Soweit ist das ja noch in Ordnung, aber der gesamte Sound des Albums hat den Charme einer Diktiergerätaufnahme. Soundfetischisten kommen hier dementsprechend nicht auf ihre Kosten.

Marnle Sheep werden fast immer als Psychedelic Rocker bezeichnet, obwohl das nur auf einen geringen Teil ihrer Musik zutrifft. Vielmehr stehen sie in alter Rocktradition der 70er, die natürlich unter anderem den Psychedelic Rock hervor gebracht hat, aber eben noch viel mehr. "Raise The Dead" ist ein Rockmanifest, eine große Jam-Session, ein Spielplatz für die Musiker. Hendrix wäre stolz auf seiner fernöstlichen Nachfahren. Solider Rock, minutenlange Passagen und rauer Gesang. Bisweilen klingt sogar ein bisschen Punk durch, aber letztendlich findet man auf dem Album nur altbekanntes und -bewährtes. Mit dem dumpfen Kassettenrekordersound bleibt "Raise The Dead" wohl nur etwas für Fans und die Konzertbesucher, die in Würzburg, Bern und Berlin dabei waren.

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