Konzertbericht

Bericht:

Martin Hall

Autor:

Daniel

Ort:

Flensburg

Vom:

24.10.2009

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Der dänische Musiker Martin Hall begann seine musikalische Karriere 1980 – zunächst mit der Post-Punk-Band Ballet Mécanique, später dann als Solokünstler. Bereits mit seinen frühen Alben „Relief“ oder „Cutting Through“ setze Martin Hall Maßstäbe – unterkühlte Elektronik-Arrangements trafen auf seinen warmen eindringlichen Gesang.

Auf späteren Alben kam immer weniger Elektronik zum Einsatz, die Werke wurden reduzierter, organischer und sensibler. Halls Musik verzichtet auf sämtliche Rock’n’Roll-Klischees und konzentriert sich auf pure, expressive Schönheit. Seine Alben „Random Hold“ und „Facsimile“ erinnern in gewisser Weise an Musiker wie David Sylvian. Doch Martin Hall ist keine schale Kopie – sein höchst emotionaler Gesang, seine zum Heulen schönen Melodien und die aufrichtige Melancholie, die all seinen Werken innewohnt sind einzigartig!

Der Kosmos dieses Mannes ist schier unendlich, denn Martin Hall ist nicht nur ein großartiger Interpret und Songschreiber, er ist auch Produzent, Buchautor und Komponist von Soundtracks und Theatermusik. So finden sich in seiner umfangreichen Diskografie neben einigen Meisterwerken anspruchsvoller Pop-Musik auch zahlreiche Avantgarde-Alben.

In Deutschland ist Martin Hall leider kaum bekannt. Unverständlicherweise! Dennoch hat er seit Jahrzehnten eine eingeschworene Fangemeinde. Am 24. Oktober gab Martin Hall sein erstes Konzert seit drei Jahren im Hotel des Nordens im idyllischen Harrislee, nahe der dänischen Grenze. Ein ungewohntes, aber dennoch sehr schönes Ambiente für ein ganz besonderes Konzert-Ereignis. Getaucht in blaues und tiefrotes Licht, betraten Martin Hall und seine sieben Musiker pünktlich um 19:30 Uhr die Bühne.

Martin Hall versprühte ein unbeschreibliches Charisma – von der ersten Minute an! In ihm vereinen sich der elegante androgyne Boheme, der intelligente, manchmal sarkastische Beobachter und der akribische, höchst feinfühlige Künstler. Die Setlist, ein Streifzug durch die gesamte Geschichte des sensiblen Ausnahmekünstlers – so präsentierte Martin Hall neben offensiven Pop-Songs wie „Crush“ von seinem 1986er Album „Cutting Through“ oder der morbid schönen Ballade „Other Rooms“ auch immer wieder einige avantgardistische Stücke aus den Anfangstagen seiner Karriere.

Jeder einzelne Song wurde für das Konzert neu arrangiert und von Martin Halls Band perfekt und präzise inszeniert – mal zurückgenommen mit Klavier-Passagen, Akustikgitarre und zarten Streichern, mal als kammermusikalisches Arrangement und mal wuchtig mit desolaten elektronischen Klangebilden und kreischenden Gitarren.

Das Bindeglied inmitten dieser Spannungsbögen zwischen höchst zerbrechlichen und radikalen Momenten war stets Martin Halls gefühlvoller, expressiver Gesang. Wenn Hall mit seiner eindringlichen Stimme Songs wie „Plaza Flesh“ oder „Ash And Lemon Water“ vorträgt, dann möchte man sofort in Tränen ausbrechen. Wer hier nichts fühlt, dem ist nicht zu helfen. Hall selbst ist sehr bescheiden und selbstkritisch. So äußerte er zwischen den Songs seine eigenen Unsicherheiten gegenüber manchen Stücken. Gerade Songs von seinen Werken aus den 80er Jahren hatte Hall lange gemieden, da diese Alben für ihn mit schweren persönlichen Schicksalsschlägen verbunden sind. Umso überraschter und erfreuter waren viele Fans, dass Hall einige Songs aus dieser Ära präsentierte und bedankten sich mit Standing Ovations.

Bei der Aftershow-Party in der Hotelbar zeigten sich Martin Hall und seine Band sichtlich begeistert über den Erfolg des Abends und auch die aus Deutschland und Dänemark angereisten Fans waren vollauf begeistert. Für mich das bewegendste und emotionalste Konzert seit langer Zeit. Ganz, ganz groß!



Fanoe

This Drowning Man

Sharon Next

Mantus

Shearer

Mika Goedrijk

The Transisters

Parma Day Feat. Mädchen June

Unter Null

Flutwacht

Born For Bliss

Sehnsucht

Solemn Novena

Attention System

Andreas Akwara

Eldar

Various Artists

Various Artists

Various Artists

Various Artists

Leaether Strip

Psy’Aviah

Current 93

Kant Kino

Various Artists

Eyes Shut Tight

Defence Mechanism

Bettina Bormann

Tokyo Police Club

My Little Tramp

Spandau Ballet

Rummelsnuff

Nàttsòl

Klangstabil

Squaremeter

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